Betrügerische Online-Shops verursachen Jahr für Jahr Schäden in Millionenhöhe. Mit professionell gestalteten Internetseiten, bekannten Markenlogos und vermeintlichen Sonderangeboten locken Kriminelle Verbraucher in die Falle. Die Verbraucherzentrale Sachsen begrüßt deshalb den Beschluss der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK), künftig entschlossener gegen Fakeshops vorzugehen. Nun komme es darauf an, die angekündigten Maßnahmen schnell und konsequent umzusetzen.
Bereits mehrfach hatte sich die Verbraucherschutzministerkonferenz mit dem Problem befasst. Nun sprechen sich die Länder erneut für einen nationalen Aktionsplan aus. Geplant sind unter anderem strengere Kontrollen bei der Registrierung von Internetdomains sowie deutlich schnellere Möglichkeiten, betrügerische Internetseiten aus dem Netz zu nehmen.
Fakeshops täuschen häufig bekannte Marken und seriöse Händler nach. Die Internetseiten wirken professionell gestaltet und werben mit besonders günstigen Preisen. Viele Käufer bezahlen per Vorkasse und erhalten anschließend entweder überhaupt keine Ware oder minderwertige Fälschungen. Nach Schätzungen ist bereits jeder achte Online-Käufer in Deutschland mindestens einmal auf einen solchen Betrug hereingefallen.
Besonders deutlich zeigt sich das Problem derzeit rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Im Internet werben zahlreiche Anbieter mit angeblich offiziellen Fanartikeln und Nationalmannschaftstrikots zu auffallend niedrigen Preisen. Selbst Internetadressen mit der Endung „.de“, die auf den ersten Blick Vertrauen vermitteln, bieten nach Einschätzung der Verbraucherschützer keine Garantie für Seriosität.
Der von den Verbraucherzentralen entwickelte Fakeshop-Finder wird inzwischen millionenfach genutzt und erkennt jeden Monat rund 1.800 neue betrügerische Internetseiten. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen reicht dieses Angebot allein jedoch nicht aus, um Verbraucher wirksam zu schützen.
Seit Dezember 2025 gelten zwar strengere Vorschriften für die Registrierung von .de-Domains. Die Betreiber müssen ihre Angaben überprüfen lassen. Nach Auffassung der Verbraucherschützer ersetzt dieses Verfahren jedoch keine eindeutige Identitätsprüfung. Außerdem würden weiterhin zahlreiche Fakeshops unter deutschen Internetadressen registriert. Ob die neuen Regelungen tatsächlich Wirkung zeigen, sei bislang nicht ausreichend ausgewertet worden.
Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert deshalb weitere Schritte. So soll die Bundesregierung die Wirksamkeit der neuen Domainregelungen umfassend überprüfen und offenlegen, wie viele betrügerische Internetseiten bereits gelöscht wurden. Außerdem sollen eindeutig betrügerische Domains künftig innerhalb kürzester Zeit gesperrt werden können, ohne dass zuvor langwierige Gerichtsverfahren notwendig sind.
Darüber hinaus verlangen die Verbraucherschützer eine konsequentere Strafverfolgung. Fakeshop-Betrug dürfe nicht als Bagatelldelikt behandelt werden. Notwendig seien klare Zuständigkeiten sowie eine enge Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden über Ländergrenzen hinweg.
Auch Suchmaschinen und soziale Netzwerke sehen die Verbraucherschützer in der Pflicht. Sie sollen verhindern, dass betrügerische Online-Shops über bezahlte Werbeanzeigen neue Opfer erreichen können. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale müsse sich die Bundesregierung deshalb auf europäischer Ebene für verbindliche Vorgaben einsetzen.
Die Verbraucherschützer machen deutlich, dass der jüngste Beschluss der Verbraucherschutzministerkonferenz ein wichtiges Signal sei. Entscheidend werde jedoch sein, dass die angekündigten Maßnahmen zügig umgesetzt werden. Solange Betrüger nach der Abschaltung einer Internetseite innerhalb weniger Tage unter einer neuen Domain erneut online gehen könnten, bleibe der Schutz der Verbraucher lückenhaft.