Die Sommerangebote im Internet locken derzeit mit hohen Rabatten auf Klimageräte, Ventilatoren und andere Produkte gegen die Hitze. Doch nicht jedes vermeintliche Schnäppchen ist seriös. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor einer steigenden Zahl betrügerischer Online-Shops, die insbesondere während der aktuellen Hitzewelle gezielt Käufer anlocken.
Nach Einschätzung der Verbraucherschützer nutzen unseriöse Anbieter die hohe Nachfrage nach Kühlgeräten gezielt aus. Über Werbung in sozialen Netzwerken und auf Internetseiten werben sie mit stark reduzierten Preisen, angeblich zeitlich begrenzten Sonderaktionen und außergewöhnlichen Leistungsversprechen. Professionell gestaltete Internetseiten erschweren es dabei, betrügerische Angebote auf den ersten Blick zu erkennen.
Wie schnell Verbraucher in eine solche Falle geraten können, zeigt ein aktueller Beratungsfall der Verbraucherzentrale Sachsen. Eine Kundin aus Chemnitz bestellte nach dem Anklicken einer Werbeanzeige ein tragbares Klimagerät und bezahlte den Kaufpreis über PayPal. Nachdem weder eine Bestellbestätigung noch weitere Informationen zum Versand eintrafen, wurde sie misstrauisch und wandte sich an die Verbraucherzentrale.
Die Berater unterstützten die Betroffene dabei, ein Käuferschutzverfahren bei PayPal einzuleiten. Dabei zeigte sich jedoch, dass viele Verbraucher aus Angst vor einem Geldverlust überstürzt handeln. Nach Angaben der Verbraucherzentrale kann jedoch gerade die Wahl des richtigen Reklamationsgrundes entscheidend dafür sein, ob der Käuferschutz erfolgreich greift und der Kaufpreis erstattet wird.
Nach Ansicht der Verbraucherschützer setzen Fake-Shops gezielt auf psychologischen Druck. Künstlich erzeugte Zeitknappheit, vermeintlich einmalige Rabattaktionen sowie zahlreiche positive Bewertungen sollen Interessenten zu schnellen Kaufentscheidungen verleiten, ohne den Anbieter genauer zu überprüfen.
Um sich vor Betrug zu schützen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Sachsen, Werbeanzeigen kritisch zu hinterfragen und sich nicht von auffälligen Preisnachlässen oder Countdowns unter Druck setzen zu lassen. Vor einer Bestellung sollten das Impressum, die Kontaktdaten sowie die Seriosität des Anbieters sorgfältig geprüft werden.
Nach dem Kauf sollten Verbraucher kontrollieren, ob sie eine Bestell- oder Auftragsbestätigung erhalten haben. Dabei lohnt sich auch ein Blick in den Spam-Ordner des E-Mail-Postfachs. Bleiben Bestätigung oder Versandinformationen aus, sollte möglichst frühzeitig reagiert und gegebenenfalls ein Käuferschutzverfahren eingeleitet werden.
Wer unsicher ist oder bereits Opfer eines betrügerischen Online-Shops geworden ist, sollte sich nicht scheuen, fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. Eine frühzeitige Prüfung des Sachverhalts kann die Chancen erhöhen, den entstandenen Schaden möglichst gering zu halten und verlorenes Geld gegebenenfalls zurückzuerhalten.