Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein gemischtes Bild. Positiv ist, dass der Fonds 2025 in allen Anteilklassen eine ordentliche Wertentwicklung erzielte: +6,40 % in der Anteilklasse I, +5,73 % in R und +6,39 % in SI. Damit konnte der Fonds nach schwächeren Vorjahren wieder Wertzuwachs liefern. Die Anteilwerte stiegen ebenfalls, etwa bei der Klasse I von 147,58 EUR auf 157,03 EUR.
Kritisch fällt jedoch der deutliche Mittelabfluss auf. Das Fondsvermögen sank insgesamt von rund 22,28 Mio. EUR Anfang 2025 auf nur noch 17,12 Mio. EUR zum Jahresende. Besonders die Klassen R und I verzeichneten hohe Rückgaben. Das kann auf nachlassendes Anlegerinteresse oder Umschichtungen hindeuten und ist bei einem ohnehin eher kleinen Fonds ein wichtiges Warnsignal.
Die Portfoliostruktur ist sehr aktienlastig: Rund 99,93 % des Vermögens waren in Wertpapieren investiert, nur 0,27 % lagen als Bankguthaben vor. Damit ist der Fonds nahezu vollständig dem Aktienmarktrisiko ausgesetzt. Die größten Einzelpositionen zum Stichtag waren unter anderem Dollar General, ISS, Fresenius, AXA, Grifols und Sanofi. Auffällig ist die starke Europa-Orientierung, obwohl der Fonds „Global Equity“ heißt.
Die Kosten sind für Anleger ein zentraler Punkt. Die Anteilklasse R weist eine TER von 2,09 % sowie einen Ausgabeaufschlag von 5 % auf. Das ist hoch und belastet die Nettorendite deutlich. Die institutionellen Klassen I und SI sind mit rund 1,45 % bzw. 1,46 % TER günstiger, aber ebenfalls nicht billig im Vergleich zu passiven globalen Aktienfonds.
Beim Nachhaltigkeitsprofil gibt es Licht und Schatten. Der Fonds ist ein Artikel-8-Fonds und bewirbt ökologische bzw. soziale Merkmale. Allerdings strebt er ausdrücklich keine nachhaltigen Investitionen an, die EU-Taxonomiequote liegt bei 0 %. Zudem sank der Anteil der ESG-konformen Anlagen von 83,54 % im Vorjahr auf 78,90 %. Die 2025 gelockerten Ausschlusskriterien, etwa bei Rüstung, Kohle und Energie, sollten Anleger mit ESG-Fokus genau prüfen.
Insgesamt eignet sich der Fonds eher für Anleger mit mindestens fünfjährigem Anlagehorizont, die aktives Management, konzentrierte Einzeltitelauswahl und europäische Aktiengewichtung akzeptieren. Positiv sind die solide Jahresperformance, die breite Aktienauswahl und der geprüfte Jahresbericht. Negativ wiegen die hohen Kosten, die Mittelabflüsse, das kleine Fondsvolumen und die abgeschwächte Nachhaltigkeitsausrichtung.
Fazit: Der Fonds lieferte 2025 eine respektable Rendite, überzeugt aber nicht uneingeschränkt. Für kostenbewusste oder streng nachhaltigkeitsorientierte Anleger besteht Prüfungsbedarf. Institutionelle Anteilklassen wirken deutlich attraktiver als die teure Retail-Klasse R.