Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein gemischtes Bild. Der EverLevy Fund E1 verfolgt eine aktive Strategie ohne Benchmark: Ein defensives EUR-Anleiheportfolio wird mit einer Optionsstrategie auf europäische Aktienindizes kombiniert. 2025 hat sich gezeigt, dass gerade diese Optionskomponente in volatilen Marktphasen ein erhebliches Risiko darstellen kann.
Das Fondsvermögen sank deutlich von 10,59 Mio. EUR auf 7,40 Mio. EUR. Hauptgrund war jedoch nicht nur die Wertentwicklung, sondern vor allem ein Netto-Mittelabfluss von 2,86 Mio. EUR. Besonders auffällig ist die Anteilklasse S: Hier wurden fast alle Mittel abgezogen; das Vermögen fiel von 5,76 Mio. EUR auf nur noch 0,12 Mio. EUR.
Die Wertentwicklung war in allen Anteilklassen negativ:
Anteilklasse Performance 2025
S -2,79 %
I -2,92 %
R -3,52 %
Positiv ist, dass der Fonds zum Jahresende stark auf Anleihen ausgerichtet war: 92,95 % des Fondsvermögens lagen in verzinslichen Wertpapieren, überwiegend mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren. Das erhöht zwar die laufenden Zinserträge, bringt aber auch Zinsänderungsrisiken mit sich. Die Liquiditätsquote sank deutlich von 14,93 % auf 5,34 %, was auf eine stärkere Investition des Fondsvermögens hindeutet.
Kritisch ist die Optionsstrategie. Der Bericht nennt realisierte Verluste aus verkauften Optionen als wesentliche Quelle des negativen Veräußerungsergebnisses. In einem Jahr mit starken Aktienmärkten, aber zwischenzeitlich hoher Volatilität, konnte die Strategie offenbar nicht ausreichend stabilisieren. Der Fonds weist zwar insgesamt ein positives Geschäftsjahresergebnis von 16.926,67 EUR aus, für Anleger entscheidend war jedoch die negative Anteilwertentwicklung.
Auch die Kosten sind zu beachten. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,67 % bei Klasse S, 0,92 % bei Klasse I und 1,57 % bei Klasse R. Für Privatanleger in der R-Klasse kommt zusätzlich ein aktueller Ausgabeaufschlag von 3,00 % hinzu, was die Attraktivität bei kurzer Haltedauer deutlich mindert.
Fazit: Der EverLevy Fund E1 wirkt nach der Anpassung 2025 defensiver und stärker anleiheorientiert. Für Anleger bleibt er aber kein reiner Rentenfonds, sondern ein Produkt mit zusätzlichem Derivaterisiko. Die negative Performance trotz positivem Zinsumfeld und erfolgreicher Aktienmärkte zeigt, dass die Optionsstrategie in Stressphasen erheblich belasten kann. Geeignet erscheint der Fonds eher für Anleger, die ein aktiv gesteuertes Anleihe-/Optionskonzept verstehen und die Risiken akzeptieren. Für sicherheitsorientierte Anleger ist insbesondere die R-Klasse wegen Kosten, Ausgabeaufschlag und Derivaterisiken nur eingeschränkt überzeugend.