Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein ordentliches, aber risikobehaftetes Ergebnis. Der Fonds erzielte 2025 je nach Anteilklasse eine Wertentwicklung von 3,98 % bis 4,30 %, bei einer vergleichsweise niedrigen ausgewiesenen Volatilität von 2,87 %. Besonders positiv ist, dass der Fonds trotz eines schwierigen Marktumfelds mit geopolitischen Risiken, Zinsunsicherheit und erhöhter Kapitalmarktvolatilität eine positive Rendite erwirtschaftete.
Der Fonds ist jedoch kein defensiver Rentenfonds im klassischen Sinn. Der Schwerpunkt liegt auf Non-Investmentgrade-Unternehmensanleihen, also Hochzinsanleihen. Das bietet höhere Kupons und Renditechancen, bringt aber auch deutlich höhere Adressenausfall-, Liquiditäts- und Marktpreisrisiken mit sich. Die Vermögensstruktur bestätigt diese Ausrichtung: Rund 84,8 % des Fondsvermögens sind direkt in Anleihen investiert, weitere 9,14 % in Investmentanteile, darunter CLO-, High-Yield-, Cat-Bond- und CoCo-Strategien. Damit ist das Portfolio breit gestreut, aber klar auf risikoreichere Kreditsegmente ausgerichtet.
Auffällig ist die Entwicklung der Mittelströme: Die Anteilklasse I verzeichnete einen starken Mittelabfluss von rund 21,18 Mio. EUR, während die Anteilklasse A einen deutlichen Nettozufluss von rund 15,07 Mio. EUR erzielte. Das gesamte Fondsvermögen lag zum Jahresende bei rund 101,4 Mio. EUR. Die hohe Handelsaktivität zeigt sich auch im Transaktionsvolumen von über 206 Mio. EUR, was auf ein aktives Management hindeutet.
Ertragsseitig ist der Fonds solide aufgestellt. Die laufenden Zinserträge sind hoch, und auch realisierte Gewinne aus Verkäufen trugen zum Ergebnis bei. Gleichzeitig belasteten negative nicht realisierte Ergebnisse die Gesamtperformance. Das deutet darauf hin, dass im Portfolio stille Bewertungsverluste vorhanden waren, obwohl realisierte Gewinne erzielt wurden.
Bei den Kosten schneidet die institutionelle Anteilklasse I mit einer TER von 0,77 % am günstigsten ab. Die Anteilklasse R ist mit 1,07 % TER am teuersten und zusätzlich mit einem möglichen Ausgabeaufschlag von 3 % belastet. Für Privatanleger ist daher besonders wichtig, Kosten und Einstiegskonditionen zu prüfen.
Positiv zu bewerten sind die breite Diversifikation, die hohen laufenden Erträge, die geringe Derivatenutzung und das uneingeschränkte Prüfungsurteil von KPMG. Kritisch bleiben jedoch die Bonitätsrisiken, einzelne größere Positionen im High-Yield-Bereich, Währungsrisiken sowie die Tatsache, dass Nachhaltigkeitsrisiken nicht in die Anlageentscheidungen einbezogen werden.
Fazit: Der FAM Renten Spezial eignet sich für Anleger, die laufende Ausschüttungen und höhere Renditechancen im Rentenbereich suchen und dafür bewusst Kredit- und Liquiditätsrisiken akzeptieren. Für sicherheitsorientierte Zinssparer ist der Fonds nur eingeschränkt geeignet; für risikobewusste Anleger mit mittlerem bis längerem Anlagehorizont kann er eine interessante Beimischung sein.