Der Jahresabschluss der Windpark GmbH & Co. Delbrück KG mit Sitz in Grünwald für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 zeigt eine wirtschaftlich angespannte Lage. Zwar verfügt die Gesellschaft über operative Anlagen und laufende Einnahmen, gleichzeitig weist die Bilanz erhebliche Verluste und eine bilanziell überschuldete Situation auf.
Bilanzsumme leicht rückläufig
Die Bilanzsumme der Gesellschaft beträgt zum Ende des Geschäftsjahres rund 6,69 Millionen Euro und liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von etwa 6,79 Millionen Euro.
Der größte Teil des Vermögens entfällt auf das Anlagevermögen. Hier werden Sachanlagen in Höhe von 784.207 Euro ausgewiesen, die hauptsächlich den Wind- und Solarpark betreffen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch deutlich höher bei rund 1,51 Millionen Euro, was auf Abschreibungen oder mögliche Wertanpassungen hinweist.
Das Umlaufvermögen besteht vor allem aus Forderungen sowie Bankguthaben. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf etwa 147.044 Euro, während die liquiden Mittel rund 351.691 Euro betragen.
Hohe Verlustanteile der Kommanditisten
Ein besonders auffälliger Posten auf der Aktivseite ist der Eintrag „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile und Entnahmen der Kommanditisten“. Dieser beläuft sich auf rund 5,38 Millionen Euro und macht damit den größten Teil der Bilanz aus.
Dieser Posten zeigt, dass die Gesellschaft über Jahre hinweg erhebliche Verluste aufgebaut hat, die nicht mehr durch das eingebrachte Kapital der Gesellschafter gedeckt sind.
Eigenkapital vollständig aufgezehrt
Formal weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag kein positives Eigenkapital mehr aus. Die Kapitalanteile der Kommanditisten betragen zwar rund 115.948 Euro, jedoch stehen diesen hohe negative Rücklagen sowie Verlustanteile gegenüber.
Allein der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2024/2025 beträgt 416.901 Euro. Damit haben sich die bereits bestehenden Verluste weiter erhöht.
Hohe Verschuldung gegenüber Gesellschaftern und Banken
Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft belaufen sich insgesamt auf rund 6,21 Millionen Euro.
Davon entfallen:
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etwa 1,35 Millionen Euro auf Bankdarlehen
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rund 4,85 Millionen Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
Ein Teil der Bankdarlehen ist langfristig strukturiert. Rund 1,03 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Ein erheblicher Anteil der gesamten Verbindlichkeiten hat sogar eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.
Die Kredite sind umfangreich besichert, unter anderem durch:
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Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen
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Abtretung der Stromvergütungsansprüche
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Verpfändung von Projektkonten
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Abtretung wichtiger Projektverträge
Rangrücktritt verhindert Insolvenzantrag
Im Anhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Gesellschaft bilanziell überschuldet ist. Dennoch wird der Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit erstellt.
Grund dafür ist ein Rangrücktritt eines Gesellschafters. Die Gesellschaft ESPE Nr. 2 Austria GmbH & Co. OG hat für ihre Forderungen einen Rangrücktritt erklärt. Dadurch müssen diese Forderungen im Insolvenzfall erst nach anderen Gläubigern bedient werden.
Solche Rangrücktritte werden häufig genutzt, um eine insolvenzrechtliche Überschuldung zu vermeiden.
Weitere langfristige Verpflichtungen
Zusätzlich bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus Pacht- und Wartungsverträgen. Diese betreffen unter anderem:
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Pachtzahlungen für Windparkflächen
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Wartungsverträge für die Anlagen
Allein für Wartung und Pacht ergeben sich Verpflichtungen von mehreren hunderttausend Euro für die kommenden Jahre.
Unternehmensstruktur
Die Gesellschaft beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter. Die operative Führung erfolgt über die persönlich haftende Gesellschafterin NIDAROS Mobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH.
Die Windparkgesellschaft ist zudem Teil eines größeren Investmentfonds. Sie gehört zum Fonds European Sustainable Fund Nr. 2 GmbH & Co. KG, der einen Konzernabschluss erstellt.
Bewertung aus Anlegersicht
Der Jahresabschluss zeigt ein Projekt mit erheblichen bilanziellen Verlusten und vollständig aufgezehrtem Eigenkapital. Die Finanzierung erfolgt überwiegend über Gesellschafterdarlehen sowie Bankkredite.
Die Fortführung der Gesellschaft basiert derzeit auf zwei zentralen Faktoren: laufende Einnahmen aus dem Energieverkauf und der finanzielle Rückhalt durch Gesellschafter.
Ob sich die wirtschaftliche Lage langfristig stabilisiert, hängt maßgeblich davon ab, ob der Wind- und Solarpark dauerhaft ausreichende Stromerträge generieren kann, um Schulden, Wartungskosten und laufende Verpflichtungen zu bedienen.