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Wenn der Frühling kommt, werden die Wälder wieder lebendig – und gefährlicher: Bären erwachen aus dem Winterschlaf

Bergadder (CC0), Pixabay

Mit den ersten wärmeren Tagen im Frühling kehrt nicht nur neues Leben in die Wälder zurück. Auch eine der größten Wildtierarten Europas wird wieder aktiv: der Braunbär. In Estland warnen Behörden derzeit vor möglichen Begegnungen mit den Tieren, denn die Bären sind nach ihrem langen Winterschlaf besonders hungrig und aktiv.

Bärenpopulation in Estland stark gewachsen

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Braunbären in Estland deutlich gestiegen. Experten schätzen, dass mittlerweile mindestens 1.000 Tiere im Land leben. Damit gehört Estland zu den europäischen Ländern mit einer vergleichsweise großen Braunbärenpopulation.

Die Tiere sind über das gesamte Land verteilt und leben vor allem in großen Waldgebieten, die ihnen genügend Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Frühling ist eine besonders aktive Zeit

Der Beginn des Frühlings markiert für Bären eine entscheidende Phase im Jahreszyklus. Nach Monaten des Winterschlafs verlassen die Tiere ihre Höhlen und beginnen sofort mit der Nahrungssuche.

Hinzu kommt, dass mit den steigenden Temperaturen auch die Paarungszeit der Bären beginnt. Diese startet meist im März und dauert bis in den Frühsommer hinein.

Währenddessen bleiben Bärinnen mit ihren Jungen häufig noch einige Zeit in der Höhle, meist bis etwa April.

Die Kombination aus Hunger, Fortpflanzungszeit und wachsender Aktivität führt dazu, dass die Tiere im Frühling besonders häufig unterwegs sind.

Begegnungen mit Menschen möglich

Obwohl Braunbären grundsätzlich scheu sind und Menschen normalerweise meiden, kann es dennoch zu Begegnungen kommen. Die Tiere verfügen über einen hervorragenden Geruchssinn und versuchen in der Regel, Menschen frühzeitig aus dem Weg zu gehen.

Dennoch wurden in den letzten Wochen vereinzelt Begegnungen zwischen Wanderern und Bären gemeldet. Besonders in abgelegenen Waldgebieten kann es passieren, dass Menschen überraschend auf ein Tier treffen.

Verhalten bei einer Begegnung mit einem Bären

Die estnische Umweltbehörde rät in solchen Situationen zu einem ruhigen und kontrollierten Verhalten. Wer einem Braunbären begegnet, sollte:

  • langsam zurückweichen und Abstand halten

  • sich dabei dem Tier zuwenden, aber keinen direkten Blickkontakt erzwingen

  • ruhige Bewegungen machen und nicht wegrennen

  • gegebenenfalls ruhig sprechen, um dem Tier die eigene Anwesenheit zu signalisieren.

Hektische Bewegungen oder panisches Verhalten könnten den Bären verunsichern oder provozieren.

Im schlimmsten Fall: Angriff

Sollte es tatsächlich zu einem Angriff kommen – was äußerst selten ist – raten Experten dazu, sich flach auf den Boden zu legen und Kopf und Nacken mit den Händen zu schützen.

Das wichtigste Ziel sei jedoch, eine solche Situation von vornherein zu vermeiden.

Vorsicht im Wald

Die beste Vorsichtsmaßnahme besteht darin, Bären möglichst früh auf die eigene Anwesenheit aufmerksam zu machen. Wanderer sollten daher im Wald ruhig Geräusche machen, etwa sprechen oder gelegentlich klatschen.

Zudem lohnt es sich, auf typische Spuren zu achten, etwa:

  • abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume

  • Kratzspuren an Baumstämmen

  • große Fußabdrücke oder andere frische Spuren.

Wer solche Hinweise entdeckt, sollte besonders aufmerksam sein und die Umgebung im Blick behalten.

Natur erwacht – und verlangt Respekt

Der Frühling bringt die Natur wieder in Bewegung. Mit ihm kehren auch große Wildtiere wie der Braunbär aus ihrem Winterschlaf zurück. Für Menschen bedeutet das: Die Wälder sind nun wieder stärker belebt – und verlangen ein besonders achtsames Verhalten.

Mit Respekt vor der Natur und etwas Vorsicht lassen sich Begegnungen mit den mächtigen Tieren jedoch meist problemlos vermeiden.

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