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HMT Global Multi Asset Income – defensiv diversifiziert, aber Rendite im Berichtsjahr eher „Carry statt Kursfantasie“

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit (was Sie als Anleger daraus mitnehmen)

Der Fonds hat im Geschäftsjahr 01.11.2024–31.10.2025 eine moderate positive Wertentwicklung erzielt (+1,81 % Anteilklasse I / +1,40 % Anteilklasse R) – getragen vor allem von laufenden Zinsen/Erträgen, während realisierte Kursverluste (insb. bei ausländischen Anleihen) die Performance spürbar gebremst haben. Das Portfolio wirkt insgesamt defensiv bis ausgewogen, mit klarer Dominanz von Renten (direkt und über Zielfonds/ETFs), einer Liquiditätsreserve von ~6,9 % und einem niedrigen ausgewiesenen Marktrisiko (VaR Ø 0,83 %).

2) Portfolioaufbau: Rentenlastig, breit gestreut, mit Liquiditätspuffer

Fondsvermögen per 31.10.2025: 33,02 Mio. EUR (nahezu unverändert ggü. 31.10.2024: 32,97 Mio. EUR).

Asset Allocation (31.10.2025):

Anleihen: 62,68 % (20,70 Mio. EUR)

Investmentanteile/ETFs: 29,86 % (9,86 Mio. EUR)

Bankguthaben: 6,88 % (2,27 Mio. EUR)

Rest: Zinsansprüche/sonstige Positionen

Interpretation:
Das ist ein klar renten- und einkommensorientierter Multi-Asset-Ansatz, allerdings ohne die typische „60/40-Aktienlastigkeit“. Aktienexposure kommt überwiegend indirekt über ETFs (z. B. Low-Vol, Value, Regionen/Branchen). Der Liquiditätspuffer ist für ein Sondervermögen dieser Art komfortabel und hilft, Stressphasen bzw. Opportunitäten zu managen.

3) Zins- und Laufzeitenprofil: Zinsrisiko vorhanden, aber nicht extrem

Bei den direkt gehaltenen Anleihen ist die Laufzeitenverteilung (bezogen auf Fondsvermögen) grob:

< 1 Jahr: 15,33 %

1–3 Jahre: 6,78 %

3–5 Jahre: 3,66 %

5–10 Jahre: 21,67 %

≥ 10 Jahre: 15,26 %

Interpretation:
Der Fonds trägt spürbares Duration-/Zinsänderungsrisiko (relevanter Anteil 5–10 und ≥10 Jahre). Das passt zu einem Income-Fonds, macht ihn aber empfindlicher, falls Renditen wieder deutlich steigen. Positiv: Der Anteil < 1 Jahr ist nicht klein – das stabilisiert.

4) Kredit- und Emittentenmix: Mischung aus Staat/Quasi-Staat und Corporates

In den größeren Einzelpositionen finden sich:

Staat/Quasi-Staat: z. B. Deutschland, EU-Bills/MTNs, Lettland, Litauen, Bulgarien, Malta

Corporates (Auswahl): Mercedes-Benz, Nestlé, Shell, TotalEnergies, Exxon, Ford Motor Credit, Philip Morris

Auffällig sind einige Titel mit deutlich niedrigeren Kursen (z. B. Anleihen um ~68 bzw. ~74), was typischerweise auf lange Laufzeiten, niedrige Kupons aus Niedrigzinsjahren und/oder Spread-/Zinsanstiegseffekte hindeutet. Das ist nicht automatisch „schlecht“, zeigt aber: Ein Teil der Anleihepositionen war/ist kursseitig unter Druck und muss die Rendite über Zeit „verdienen“.

5) Zielfonds/ETFs: Risikodiversifikation, aber auch Themen-/Faktorwetten

Die ETF-Seite ist breit: Euro Small Caps, Pfandbriefe, EM Bonds (auch lokal), Global Aggregate Bonds (EUR-hedged), Low Vol (S&P 500, Euro Stoxx), Value Europe, Healthcare World, Dividend Aristocrats, Developed World/Europe, Gold Miners/Gold Producers, Convertibles etc.

Interpretation:

Positiv: Diversifikationsbreite (Regionen, Faktoren, Bonds, Convertibles, Gold/Goldminen).

Einschränkung: Goldminen & Faktor-ETFs sind nicht rein defensiv; sie können in Stressphasen stark schwanken. Dafür können sie in bestimmten Regimen (Inflations-/Rohstoffphasen) stabilisieren.

6) Ergebnisquellen: Ordentlicher Ertrag solide, realisierte Verluste drücken

Für Anteilklasse I (je Anteil):

Summe Erträge: 2,70

Summe Aufwendungen: -0,69

Ordentlicher Nettoertrag: 2,01

Realisierte Gewinne/Verluste (netto): -1,36

Nicht realisiertes Ergebnis: +1,20

Ergebnis Geschäftsjahr: +1,85

Interpretation:
Das ist typisch für ein „Income“-Portfolio im Übergangsregime:

Carry/Income funktioniert (ordentlicher Nettoertrag deutlich positiv).

Realisierte Verkäufe waren im Jahr ein Renditekiller (Fonds nennt explizit: realisierte Verluste aus ausländischen Anleihen).

Bewertungseffekte haben gegen Ende wieder etwas geholfen.

7) Ausschüttung: attraktiv, aber teilweise „aus Substanz“ möglich

Ausgewiesen für Anteilklasse I:

Endausschüttung: 2,01 je Anteil (insgesamt 628.326 EUR)

Wichtig ist der Hinweis:

„Zuführung aus dem Sondervermögen“ (bei I: 524.906,73 EUR; bei R analog) resultiert aus realisierten Verlusten und Annahme einer maximalen Ausschüttung.

Interpretation aus Anlegersicht:
Die Ausschüttung wirkt zwar stabil/attraktiv, kann aber (teilweise) aus Substanz kommen, wenn realisierte Verluste über „Ausschüttungslogik“ geglättet werden. Das ist nicht automatisch problematisch – aber als Income-Anleger sollten Sie prüfen, ob die Ausschüttung langfristig aus laufendem Ertrag tragfähig bleibt oder ob regelmäßig Kapital mit ausgeschüttet wird (was sich dann in der langfristigen NAV-Entwicklung zeigen kann).

8) Kosten, Effizienz und Klassenwahl

TER/Gesamtkostenquote:

Anteilklasse I: 0,68 %

Anteilklasse R: 1,08 %

Transaktionskosten: 3.287 EUR (im Verhältnis zum Fondsvolumen sehr gering)

Ausgabeaufschlag: 0 %

Interpretation:
Die Kosten sind für einen Multi-Asset-Fonds in I fair und in R spürbar höher. Das erklärt auch einen Teil der Renditedifferenz (I +1,81 % vs. R +1,40 %). Wenn Sie die Mindestanlage (25.000 EUR) erfüllen können, ist I strukturell im Vorteil.

9) Risikoprofil: niedriges ausgewiesenes Marktrisiko, Derivate kaum relevant

Derivate-Exposure: 0,00 % zum Stichtag

VaR (99 %, 1 Tag, historisch): min 0,62 %, max 1,00 %, Ø 0,83 %

Durchschnittliche Hebelwirkung: 0,91 (unter 1)

Interpretation:
Der Fonds wird risikokontrolliert gefahren; Derivate dienen hier nicht der Hebel-Story. Das passt zu einem Anleger, der eher Kapitalerhalt + laufende Erträge sucht, nicht maximale Upside.

10) Was gut wirkt – und was Sie kritisch beobachten sollten

Pluspunkte

Breite Diversifikation (Renten + ETF-Bausteine + Liquiditätspuffer)

Solider ordentlicher Nettoertrag (Zinsumfeld wird genutzt)

Niedriges ausgewiesenes Marktrisiko (VaR) und geringe Transaktionskosten

Kostenstruktur in Anteilklasse I attraktiv

Beobachtungspunkte / potenzielle Schwachstellen

Realisierte Verluste im Berichtsjahr: zeigt, dass aktives Umschichten in Renten auch schmerzen kann.

Zins-/Duration-Risiko bleibt relevant (hoher Anteil 5–10 Jahre und ≥10 Jahre).

Ausschüttung teils aus dem Sondervermögen möglich: langfristige NAV-Stabilität im Blick behalten.

„Kryptoassets möglich“ steht in der Strategie, ist aber im Bericht nicht als Bestand sichtbar – gut zu wissen, aber aktuell offenbar kein Performance-Treiber.

11) Für wen passt der Fonds?

Passend für Anleger, die moderate Schwankungen, laufende Ausschüttungen und globale Multi-Asset-Diversifikation suchen.

Weniger passend für Anleger, die eine hohe Aktienquote oder starkes Wachstumsprofil erwarten – die Jahresrendite zeigt eher „stabilisieren“ als „skalieren“.

12) Governance/Prüfung (Vertrauensanker)

Der Jahresbericht wurde von Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft; das Prüfungsurteil ist uneingeschränkt (keine inhaltlichen Beanstandungen am Bericht nach KAGB/Regelwerk). Verwahrstelle/Bankguthaben u. a. bei BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland; Kapitalverwaltungsgesellschaft ist Universal-Investment-Gesellschaft mbH.

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