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MPF Waterville: Solider „Multi-Asset-Baustein“ mit moderatem Risiko – aber spürbarer Fremdwährungs- und Zielfonds-Komplexität
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MPF Waterville: Solider „Multi-Asset-Baustein“ mit moderatem Risiko – aber spürbarer Fremdwährungs- und Zielfonds-Komplexität

geralt (CC0), Pixabay

) Was ist das für ein Fonds – und was bekommen Anleger faktisch?

Der MPF Waterville (DE000A0M8HC4) ist ein aktiv gemanagter Mischfonds mit dem Ziel „stetiger Wertzuwachs“. In der Praxis ist es ein Multi-Asset-Portfolio aus:

Aktien (Ende GJ: 25,37%),

Renten/Anleihen (Ende GJ: 28,28% direkt; laut Strukturbericht Rentenquote inkl. rentennaher Segmente 33,64%),

Zertifikaten (5,36%, hier: Xetra-Gold),

Zielfonds/Investmentanteilen (36,62%),

plus Liquidität/Bankguthaben (4,21%) und kleine Forderungen.

Das Profil ist damit: ausgewogen, eher defensiv bis moderat, aber mit erheblichem Anteil an „Fonds in Fonds“ (Zielfonds), was Transparenz und Steuerung komplexer macht.

2) Performance: ordentlich, aber nicht „Überflieger“

Berichtsjahr (01.11.2024–31.10.2025): +7,41% (Geschäftsjahr).
1 Jahr zum 30.10.2025: +6,86%.
Langfristig: seit 19.12.2007 ~3,77% p.a. bei einem Wertzuwachs seit Beginn von 93,84%.

Wichtig aus Anlegersicht:

Der Fonds zeigt solide, stetige Rendite, aber nicht das Renditeprofil eines aktienlastigen Produkts.

Das Kalenderjahr 2022: -7,22% zeigt: Auch ein Mischfonds kann merklich fallen – aber der Drawdown war im Kontext dieser Marktphase nicht extrem.

3) Allokation & „Wetten“: Technologie/Health dominiert den Aktienblock

Aktienquote ist leicht gesunken (ca. -1,3 Prozentpunkte ggü. Vorjahr).
Im Aktiensegment dominieren weiterhin:

Technologie (~26% des Aktienvermögens)

Gesundheitssystem (~22% des Aktienvermögens)

Top-Einzeltitel sind breit verteilt (u. a. Microsoft, Alphabet, ASML, Versicherer, Konsum). Auffällig ist aber: NVIDIA wurde im Berichtszeitraum komplett verkauft (Bestand 0), ebenso Reduktionen bei Alphabet/PayPal/Kellanova – das spricht für aktives Rebalancing und ggf. Gewinnmitnahmen oder Risikoreduktion im Tech-Beta.

4) Renten/Anleihen: Kreditfokus, weniger Staatsanleihen, Zinsrisiko „mittel“

Direkt gehaltene Renten umfassen u. a. Unternehmensanleihen/Finanzemittenten sowie US-Treasuries. Aus dem Strukturteil:

Corporates: ~66% des Rentenvermögens

Governments: ~18% (deutlich reduziert ggü. Vorjahr)

Zertifikate: ~16% (hier als rentennaher Block ausgewiesen)

Kennzahlen Rentenrisiko:

Effective Duration: 2,85 → spricht für moderate Zinssensitivität (nicht super kurz, aber auch nicht hoch).

Gleichzeitig wird eine durchschnittliche Restlaufzeit von 22,42 Jahren genannt – das wirkt auf den ersten Blick „lang“. Das passt zusammen, wenn viele Papiere strukturbedingt/Perpetuals/Call-Strukturen/floatende Kupons haben: rechnerische Restlaufzeit kann hoch sein, die effektive Zinsbindung aber deutlich geringer.

Durchschnittsrating: A (unverändert) → solide Bonität, aber nicht „nur AAA“.

5) Zielfondsanteil: Diversifikation – aber Gebühren- und Steuerungshebel

Mit 36,62% Investmentanteilen steckt viel Rendite-/Risikotreiber in Zielfonds. Das kann Vorteile bringen (professionelle Sub-Manager, Zugang zu Nischen wie Infrastruktur/Asien/High Yield), bringt aber auch:

weniger Durchsicht auf Einzeltitel in den Zielfonds,

potenziell „Kosten auf Kosten“ (auch wenn die TER des Fonds separat ausgewiesen wird),

Abhängigkeit von der Liquidität/Abwicklung der Zielfonds (wenn Rücknahmen ausgesetzt würden).

6) Währungsrisiko: klar relevant

Der Fonds ist spürbar nicht nur EUR:

Bei Aktien sind 62,6% des Aktienvermögens in Fremdwährung notiert.

Bei Renten liegt Fremdwährungsanteil grob um ~40% (laut Bericht).

Auch Bankguthaben liegen nennenswert in NOK, USD, CHF usw.

Es wird keine systematische Absicherung beschrieben; Währungsrisiko wird primär über Diversifikation „gesteuert“. Für Anleger bedeutet das: Ergebnis kann durch FX-Bewegungen stark mitgeprägt werden – in beide Richtungen.

7) Goldbaustein: merkliche Beimischung

Xetra-Gold: 5,36% des Fondsvermögens plus ein kleiner Gold-ETF (Amundi ARCA Gold) 0,64%. In Summe ist Gold damit ~6% – das ist eine bewusste Stabilitäts-/Diversifikationskomponente, kann aber in Phasen steigender Realzinsen auch bremsen.

8) Risiko- und Prozesssicht: eher konservativ gemanagt, ohne Derivate

Positiv aus Anlegerperspektive:

Keine Derivate im Berichtszeitraum (also kein zusätzlicher Derivatehebel).

VaR (99%, 10 Tage) im Jahresverlauf: Ø 4,02% (Spanne 2,84%–4,82%) → deutet auf moderates Marktrisiko.

Laut Bericht keine Limitverletzungen (VaR/Leverage/Liquidität).

Prüfungsvermerk: Der Jahresbericht wurde von PricewaterhouseCoopers GmbH geprüft (Prüfungsurteil „in allen wesentlichen Belangen“).

9) Kosten & Ausschüttung: TER ok, aber externe Managementkosten sind der große Block

TER: 1,0% – für einen aktiven Multi-Asset-Fonds mit Zielfondsanteil nicht ungewöhnlich.

In der GuV fallen „Sonstige Aufwendungen“ von 106,5 Tsd. EUR auf; im Anhang wird als wesentliche Position eine externe Managementvergütung von 90,4 Tsd. EUR genannt. Das ist der Kern der laufenden „nicht-TER-sichtbaren“ Kostenstruktur, die Anleger immer im Blick haben sollten (auch wenn sie wirtschaftlich natürlich im Fondsaufwand enthalten ist, nur anders ausgewiesen).

Ausschüttung: 3,01 EUR je Anteil (insgesamt 252,7 Tsd. EUR).
Für einkommensorientierte Anleger ist das ein Pluspunkt; für rein wachstumsorientierte Anleger ist relevant, dass Ausschüttungen den Anteilwert entsprechend „abschmelzen“ (mechanisch).

10) Anlegerfazit: Für wen passt das – und worauf würde ich achten?

Passt tendenziell für Anleger, die:

einen ausgewogenen, aktiv gesteuerten Mischfonds suchen,

moderate Schwankungen akzeptieren,

Diversifikation über Aktien/Anleihen/Gold/Zielfonds möchten,

mit Fremdwährungsanteilen leben können (oder diese sogar wollen).

Worauf ich als Investor besonders achten würde (Follow-up-Checkliste):

Währungsmanagement: Gibt es künftig eine (teilweise) Absicherung oder bleibt FX ein Rendite-/Risikotreiber?

Zielfonds-Transparenz & Gesamtkosten: Wie hoch sind die „Look-through“-Kosten der Zielfonds (zusätzlich zur TER)?

Rentenstruktur: Warum ist die Restlaufzeit so hoch, bei gleichzeitig moderater Duration – welche Rolle spielen Nachranganleihen/Perpetuals/Floaters?

Aktienfokus: Tech/Health bleibt dominant – ist das gewollt (Langfristthese) oder nur Momentaufnahme?

Fondsgröße (15,25 Mio. EUR): Für manche Strategien ok, aber klein genug, dass Zu-/Abflüsse stärker wirken können als bei sehr großen Fonds.

Unterm Strich liefert der Bericht das Bild eines solide gesteuerten Multi-Asset-Fonds mit moderatem Risikoprofil, dessen „Ecken“ vor allem Währungseinfluss und Zielfonds-Komplexität sind – beides kann Rendite liefern, erfordert aber als Anleger ein klares Verständnis, welche Risiken man wirklich im Depot haben möchte.

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