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HMT Global Aktien Infrastruktur : Solide absolute Rendite, aber deutliche Benchmark-Unterperformance bei moderatem Derivate- und Währungsmanagement
Jahresabschluss 2024: Stabilisierung nach kritischer Phase bei der Windpark Unseburg Süd GmbH & Co. Betriebs-KG

HMT Global Aktien Infrastruktur : Solide absolute Rendite, aber deutliche Benchmark-Unterperformance bei moderatem Derivate- und Währungsmanagement

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit aus Anlegersicht

Der Fonds Universal-Investment-Gesellschaft mbH liefert im Berichtsjahr eine positive absolute Wertentwicklung (R: +9,12%, I: +9,75%), bleibt jedoch klar hinter der Benchmark MSCI AC World Infrastructure Sector Cap. NR (USD) zurück (+16,14%). Das ist der zentrale Punkt für Anleger: Es gab Rendite – aber die relative Zielerreichung gegenüber dem Vergleichsmaßstab war schwach.

2) Performance & relative Einordnung

Anteilklasse R: +9,12% → -7,02 %-Punkte gegenüber Benchmark

Anteilklasse I: +9,75% → -6,39 %-Punkte gegenüber Benchmark

Interpretation:
Für ein globales Infrastruktur-Aktienkonzept ist die Underperformance in dieser Größenordnung erklärungsbedürftig (Stil-/Sektorfaktoren, Titelselektion, Länder-/Währungsbeiträge, Derivateeffekte). Der Bericht nennt als wesentliche Quelle des positiven Veräußerungsergebnisses realisierte Gewinne aus gekauften Futures – das deutet darauf hin, dass ein Teil der Rendite aus taktischen/Absicherungs- bzw. Overlay-Elementen kam, nicht nur aus der reinen Aktienauswahl.

3) Portfolioaufbau: „High Equity“, global, infrastrukturlastig – mit Europa-Schwerpunkt

Vermögensstruktur zum 31.10.2025

Aktienquote: 94,47% (Vorjahr 93,98%) → klarer Aktienfonds

Liquidität (Bankguthaben): ca. 4,41% (plus weitere „Sonstige Vermögensgegenstände“/Margins)

Derivate gesamt: netto ca. -0,45% (überwiegend Absicherung/Stillhalter)

Ländergewichtung (Aktien, Auszug)

USA 29,61%

Italien 13,69%

Frankreich 11,02%

Kanada 8,69%

Japan 5,47%

Großbritannien 4,88%

Weitere (Australien, Deutschland, Spanien etc.)

Interpretation:
Das Portfolio ist „global“, aber nicht US-dominiert wie viele Weltindizes, sondern relativ stark in Europa (Italien/Frankreich/Deutschland/Spanien) positioniert. In Jahren, in denen US-Infrastruktur/US-Equity den Ton angibt, kann das ein wesentlicher Underperformance-Treiber sein.

4) Einzeltitel & Infrastrukturschwerpunkte: defensiv/realwirtschaftlich, aber faktor-sensitiv

Die Positionen spiegeln typische Infrastruktursegmente wider:

Versorger/Netze (z. B. Strom/Gas, Wasser)

Pipelines/Midstream (z. B. Nordamerika)

Transport/Logistik (Rail, Airports)

Telekommunikations-Infrastruktur (z. B. Tower/Netzbetreiber)

Das ist grundsätzlich attraktiv für Anleger, die stabile Cashflows, Dividenden und „Real-Asset“-Charakter suchen. Gleichzeitig hängen Infrastruktur-Aktien oft stark an:

Zinsniveau/Realzinsen (Bewertung/Discount Rates)

Regulierung & Politik

Inflations-Weitergabe (Preissetzungsmacht/Indexierung)

Währungsbeiträgen bei globalen Portfolios

5) Derivate & Währungsmanagement: moderat eingesetzt, nicht „riskant“, aber spürbar im Overlay

Stillhaltergeschäfte (Optionsschreiben) in geringem Umfang (netto Optionen ca. -0,12%)

FX-Futures zur teilweisen Absicherung des Fremdwährungsexposures (netto Futures ca. -0,28%)

Im Anhang: durch Derivate erzieltes Exposure ~ 13,24 Mio. EUR (bei Fondsvermögen ~ 35,43 Mio. EUR → grob ~37% „Underlying-Exposure“)

Interpretation:
Das ist kein „hochgehebelter“ Derivatefonds, aber das Overlay ist groß genug, dass Hedging-Entscheidungen (wann, wie stark, welche Währung) die Rendite merklich beeinflussen können. Gerade weil die Benchmark in USD gemessen wird, sind EUR-gesicherte/teilgesicherte Ansätze in bestimmten Marktphasen strukturell im Nachteil oder Vorteil.

6) Erträge, Ausschüttung und Kosten: „Income“ vorhanden – Kosten sprechen für die I-Tranche

Ausschüttung

R: 2,03 EUR je Anteil

I: 2,67 EUR je Anteil

Laufende Kosten (TER/Gesamtkostenquote, ohne Transaktionskosten)

R: 1,58%

I: 0,97%

Interpretation:

Die I-Anteilklasse ist aus Anlegersicht klar kosteneffizienter (aber Mindestanlage 250.000 EUR).

Die Kostenlücke von rund 0,61 %-Punkten p.a. ist über mehrere Jahre material und kann einen Teil der relativen Performance erklären – allerdings nicht die gesamte Benchmark-Lücke von ~6–7 %-Punkten im Berichtsjahr.

7) Fondsgröße & Mittelbewegungen: Wachstum, aber nicht „zu groß“

Fondsvermögen stieg von ~27,18 Mio. EUR auf ~35,43 Mio. EUR (Zunahme um rund 8,25 Mio. EUR, ca. +30%).

Netto-Mittelzuflüsse sind im Bericht sichtbar (Mittelzufluss/-abfluss netto positiv).

Interpretation:
Wachstum verbessert oft Handelbarkeit/Institutional Appeal, birgt aber in Infrastruktur (teilweise weniger liquide Titel) auch das Risiko, dass künftige Zuflüsse/Abflüsse Handelskosten erhöhen. Im vorliegenden Umfang wirkt die Größe jedoch noch handhabbar.

8) Prüfungsvermerk & Governance

Der Jahresbericht wurde von Deloitte GmbH geprüft; der Vermerk ist ohne Einschränkung („entspricht den Vorschriften…“). Das ist ein Basis-Qualitätssignal für Berichts- und Bewertungsprozesse, ersetzt aber keine Performanceanalyse.

9) Nachhaltigkeit/Artikelklassifizierung

Der Fonds wird als Artikel-6-Produkt eingeordnet (keine Bewerbung ökologischer/sozialer Merkmale nach Artikel 8, kein nachhaltiges Investitionsziel nach Artikel 9). Für Anleger mit strengen ESG-Vorgaben kann das ein Ausschlusskriterium sein.

Anleger-Check: Für wen passt der Fonds – und worauf achten?

Passt tendenziell, wenn Sie…

gezielt Infrastruktur-Aktien global wollen,

Dividenden-/Cashflow-orientierte Aktiensegmente mögen,

Währungsmanagement/Overlay akzeptieren, auch wenn es kurzfristig Rendite kostet.

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