Seit der Einführung des E-Rezepts werden Verordnungen digital gespeichert. In der Apotheke können sie beispielsweise mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte abgerufen werden. Funktioniert dieser Zugriff nicht, bedeutet das nicht automatisch, dass das Rezept verschwunden oder ungültig ist.
Das Problem kann an verschiedenen Stellen der technischen Infrastruktur auftreten – etwa bei der Apotheke oder bei den für das E-Rezept benötigten Systemen.
Erst einmal eine andere Apotheke versuchen
Ist lediglich das System einer einzelnen Apotheke betroffen, kann es helfen, das Medikament in einer anderen Apotheke abzuholen. Voraussetzung ist natürlich, dass dort der Zugriff auf das E-Rezept funktioniert und das gewünschte Arzneimittel verfügbar ist.
Patienten sollten sich deshalb erklären lassen, ob es sich um eine lokale Störung handelt oder ob eine größere technische Beeinträchtigung vorliegt.
E-Rezept-App als weitere Möglichkeit
Wer die Voraussetzungen dafür erfüllt und die entsprechende E-Rezept-App eingerichtet hat, kann seine Verordnungen auch darüber verwalten.
Das kann insbesondere praktisch sein, wenn eine Apotheke das gewünschte Arzneimittel nicht vorrätig hat oder eine andere Apotheke ausgewählt werden soll.
Allerdings hilft auch die App nicht bei jeder Form einer zentralen technischen Störung.
Wenn das Medikament dringend benötigt wird
Besonders problematisch wird ein Ausfall, wenn Patienten auf ein Medikament angewiesen sind und nicht bis zum nächsten Tag warten können.
Dann sollte gegenüber der Apotheke ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Einnahme nicht ohne Weiteres unterbrochen werden kann. Je nach Situation kann außerdem eine Kontaktaufnahme mit der behandelnden Arztpraxis erforderlich werden, um zu klären, welche Alternative zur Verfügung steht.
Außerhalb der üblichen Sprechzeiten kann bei medizinischen Problemen gegebenenfalls der ärztliche Bereitschaftsdienst weiterhelfen. Bei einem medizinischen Notfall ist dagegen der Rettungsdienst zuständig.
Nicht jede Fehlermeldung bedeutet ein verlorenes Rezept
Für Betroffene ist vor allem wichtig, bei einer Fehlermeldung nicht sofort davon auszugehen, dass eine neue Verordnung benötigt wird.
Zunächst sollte geklärt werden, warum das Rezept nicht abgerufen werden kann. Eine technische Störung beim Abruf ist etwas anderes als ein Problem mit der Verordnung selbst.
Gerade Menschen, die regelmäßig wichtige Medikamente benötigen, sollten deshalb möglichst nicht bis zur letzten Tablette warten, bevor sie ein neues Rezept einlösen.
E-Rezept-Ausfall kann besonders für chronisch Kranke zum Problem werden
Für viele Patienten ist eine technische Störung lediglich ärgerlich. Für chronisch Erkrankte oder Menschen, die bestimmte Arzneimittel regelmäßig und zu festen Zeiten benötigen, kann daraus jedoch schnell ein ernstes Problem werden.
Deshalb empfiehlt es sich, bei einem gescheiterten Abruf aktiv nach der Ursache und möglichen Alternativen zu fragen, anstatt unverrichteter Dinge nach Hause zu gehen.