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SpaceX und NASA starten Crew-12-Mission zur Entlastung der ISS-Besatzung

Eine neue SpaceX-Mission soll die Internationale Raumstation (ISS) wieder auf volle Einsatzstärke bringen. Frühestens am Freitag um 5:15 Uhr Ortszeit (ET) hebt die Crew-12-Mission vom Cape Canaveral Space Force Station in Florida ab. An Bord der Crew-Dragon-Kapsel befinden sich vier Raumfahrerinnen und Raumfahrer, die die derzeit stark reduzierte Besatzung der ISS verstärken sollen.

Seit Mitte Januar arbeitet die Raumstation mit lediglich drei Crewmitgliedern – deutlich weniger als die üblichen sieben Personen, die NASA für einen optimalen Forschungsbetrieb vorsieht. Grund für die Unterbesetzung war die vorzeitige Rückkehr der Crew-11-Mission. Ein medizinischer Notfall zwang die vierköpfige Besatzung zu einer außerplanmäßigen Landung im Pazifik vor der Küste Kaliforniens. Die betroffene Person befand sich laut NASA in stabilem Zustand. Die schnelle und professionelle Reaktion aller Beteiligten wurde von NASA-Administrator Jared Isaacman ausdrücklich gelobt.

Mit Crew-12 kehren nun wieder vier Astronautinnen und Astronauten ins All zurück: Die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die ESA-Astronautin Sophie Adenot sowie der russische Kosmonaut Andrey Fedyaev. Normalerweise erfolgt ein sogenannter „direkter Übergang“ zwischen alter und neuer Crew, bei dem sich die Teams einige Tage gemeinsam an Bord befinden, um Wissen und Aufgaben zu übergeben. Aufgrund der Notfallrückkehr von Crew-11 war dies diesmal nicht möglich. Stattdessen fand ein Informationsaustausch am Boden statt, bevor Crew-12 zum Start aufbrach.

Die reduzierte Besatzung auf der ISS – bestehend aus zwei russischen Kosmonauten und einem NASA-Astronauten – konnte zwar den Betrieb aufrechterhalten, doch wissenschaftliche Experimente mussten eingeschränkt werden. Die ISS verursacht jährliche Betriebskosten von rund drei Milliarden US-Dollar. Eine vollständige Crew ist entscheidend, um das wissenschaftliche Potenzial der Station bestmöglich auszuschöpfen.

Während ihres etwa achtmonatigen Aufenthalts sollen die Mitglieder von Crew-12 zahlreiche Experimente durchführen. Geplant sind unter anderem Ultraschalluntersuchungen der Blutgefäße, um Veränderungen des Kreislaufsystems im All zu analysieren, sowie pharmazeutische Studien zu Bakterien, die Lungenentzündungen verursachen können. Darüber hinaus steht eine simulierte Mondlandung auf dem Programm. Dabei wird untersucht, wie plötzliche Veränderungen der Schwerkraft den menschlichen Körper und die kognitiven Fähigkeiten beeinflussen.

NASA verfolgt mit diesen Forschungsarbeiten auch ein langfristiges Ziel: Die Entwicklung kommerzieller Raumstationen in der Erdumlaufbahn. Die ISS nähert sich ihrem geplanten Betriebsende, und künftig sollen private Anbieter entsprechende Infrastruktur bereitstellen. Um dieses Modell wirtschaftlich tragfähig zu machen, betont die NASA die Notwendigkeit, die verbleibende Lebensdauer der ISS optimal zu nutzen.

Der Start von Crew-12 markiert somit nicht nur die Rückkehr zur regulären Personalstärke im Orbit, sondern auch einen wichtigen Schritt für die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

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