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Iran verstärkt unterirdische Anlage nahe Atomstandort – Satellitenbilder zeigen neue Bauarbeiten

Neue Satellitenaufnahmen deuten darauf hin, dass Iran eine unterirdische Anlage in der Nähe eines seiner wichtigsten Nuklearstandorte weiter ausbaut und befestigt. Die Bilder, die unter anderem vom US-Thinktank Institute for Science and International Security (ISIS) analysiert wurden, zeigen verstärkte Tunneleingänge am Berg Kolang Gaz La, auch bekannt als „Pickaxe Mountain“. Die Entwicklungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Teheran und Washington.

Auf den Aufnahmen vom 10. Februar ist frischer Beton an einem der Tunneleingänge zu erkennen. Zudem wurde eine Betonpumpe gesichtet, mit der offenbar neue Schutzschichten aufgebracht wurden. An einem weiteren Zugang scheinen Erd- und Gesteinsmassen abgetragen und eingeebnet worden zu sein. In unmittelbarer Nähe wurde eine zusätzliche, betonverstärkte Struktur errichtet. Experten gehen davon aus, dass diese Maßnahmen dazu dienen, die Anlage gegen mögliche Luftangriffe besser zu sichern.

Die unterirdische Einrichtung liegt rund zwei Kilometer südlich der bekannten Atomanlage Natanz, die im Juni 2025 Ziel von Luftangriffen der USA und Israels war. Pickaxe Mountain selbst wurde damals nicht direkt angegriffen. Der damalige US-Präsident Donald Trump erklärte nach den Angriffen, Irans Fähigkeit zur Urananreicherung sei „ausgelöscht“ worden. Gleichzeitig warnte er, Teheran erwäge den Aufbau neuer Standorte.

Iran betont weiterhin, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Westliche Regierungen äußern jedoch Zweifel. Laut Trump habe Iran im vergangenen Jahr nur noch wenige Wochen von der Entwicklung einer Atomwaffe entfernt gestanden. Unklar bleibt bislang, welchem Zweck die Anlage im Pickaxe Mountain konkret dient. ISIS weist darauf hin, dass Größe und Lage des Komplexes – geschützt durch massives Gestein – auf potenziell sensible Aktivitäten wie Urananreicherung hindeuten könnten.

Auch an anderen Standorten sind laut Satellitenbildern Bau- und Sicherungsmaßnahmen erkennbar. In Isfahan, etwa 125 Kilometer nördlich von Natanz, wurden die Eingänge zu einem Tunnelkomplex offenbar mit Erdreich versiegelt. Fachleute gehen davon aus, dass eine solche Verfüllung sowohl Luftangriffe abschwächen als auch einen möglichen Bodenangriff erschweren könnte. Zudem wurde dort das Dach eines Gebäudes erneuert, das im vergangenen Jahr bei einem israelischen Angriff beschädigt worden war. Die Anlage soll an der Herstellung von Zentrifugen beteiligt gewesen sein.

In Natanz selbst zeigen Aufnahmen ebenfalls neue Bautätigkeiten. So wurde ein beschädigter Bereich einer Anreicherungsanlage mit einem neuen Dach versehen. Beobachter vermuten, dass dies nicht nur dem Schutz dient, sondern auch die Einsicht von außen erschweren soll.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, betonte jüngst die Dringlichkeit eines neuen Atomabkommens zwischen Iran und den USA. Es gebe ein „Fenster der Gelegenheit“, das jedoch schnell schließen könne. Nach Einschätzung der IAEA lagert ein Großteil der rund 400 Kilogramm hochangereicherten Urans weiterhin in unterirdischen Anlagen – ein Bestand, der technisch nur noch einen kurzen Schritt von waffenfähigem Material entfernt ist.

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