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Ugandas Opposition alarmiert: Bobi Wine angeblich vom Militär verschleppt, Museveni vor klarer Wiederwahl

In Uganda sorgt ein Vorfall um den bekannten Oppositionsführer Bobi Wine für internationale Besorgnis. Seine Partei, die National Unity Platform (NUP), erklärte am Freitagabend, Wine sei von der Armee aus seinem Wohnhaus in der Hauptstadt Kampala abgeholt und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Der Vorfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich Präsident Yoweri Museveni einer erneuten, deutlichen Wiederwahl nähert.

Nach Angaben der NUP landete ein Militärhubschrauber direkt auf dem Grundstück von Bobi Wine. Soldaten hätten den Oppositionspolitiker gegen seinen Willen mitgenommen. Eine unabhängige Bestätigung war zunächst nicht möglich. Auch Sprecher der ugandischen Regierung und des Militärs äußerten sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen. Mehrere hochrangige Parteimitglieder gaben an, bislang keine gesicherten Informationen über Wines Aufenthaltsort zu haben.

Die Präsidentschaftswahl am Donnerstag fand unter angespannten Bedingungen statt. Zeitweise war das Internet landesweit abgeschaltet, was die Kommunikation der Opposition erheblich einschränkte. Bobi Wine hatte bereits kurz nach der Stimmabgabe von massivem Wahlbetrug gesprochen und seine Anhänger zu Protesten aufgerufen. Seine Partei erklärte zudem, er sei faktisch unter Hausarrest gestellt worden.

Die Wahl galt als wichtiger Test für den 81-jährigen Amtsinhaber Museveni, der seit 1986 an der Macht ist. Beobachter sahen sie auch im Kontext regionaler Spannungen, nachdem es in den Nachbarländern Kenia und Tansania zuletzt zu politischen Unruhen gekommen war. Nach Angaben der Wahlkommission lag Museveni am Freitagabend mit rund 74 Prozent der Stimmen deutlich vorn, während Bobi Wine auf etwa 23 Prozent kam.

Obwohl der Wahltag selbst weitgehend ruhig verlief, kam es in der Nacht zu schweren Gewaltausbrüchen. In der Stadt Butambala, rund 55 Kilometer südwestlich von Kampala, starben nach unterschiedlichen Angaben mehrere Menschen. Die Polizei sprach von Angriffen bewaffneter Oppositioneller auf eine Polizeistation und ein Auszählungszentrum. Sicherheitskräfte hätten in Notwehr gehandelt, 25 Personen seien festgenommen worden.

Der lokale Abgeordnete Muwanga Kivumbi widersprach dieser Darstellung entschieden. Er erklärte, zehn Menschen seien in den frühen Morgenstunden in seinem Haus erschossen worden, während sie auf die Bekanntgabe der Wahlergebnisse warteten. Sicherheitskräfte hätten das Gebäude gestürmt und das Feuer eröffnet. Von einem Zusammenstoß zweier Gruppen könne keine Rede sein.

Die genauen Umstände der Gewalt ließen sich bislang nicht unabhängig überprüfen. Klar ist jedoch, dass die Vorwürfe gegen Sicherheitskräfte und das Verschwinden eines führenden Oppositionspolitikers die politische Lage in Uganda weiter zuspitzen und internationale Kritik an dem Wahlprozess verstärken.

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