Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat einen weiteren Schritt unternommen, um den Bau eines neuen prunkvollen Ballsaals im Weißen Haus voranzutreiben. Mit der Ernennung von vier neuen Mitgliedern für die einflussreiche Commission of Fine Arts (CFA) setzt Trump gezielt auf loyale Unterstützer. Diese Kommission ist eine von zwei zentralen Stellen, die Bauprojekte am Weißen Haus prüfen und bewerten müssen.
Die Neubesetzungen wurden diese Woche in einem Gerichtsdokument bekannt, das im Rahmen einer Klage gegen das Projekt eingereicht wurde. Bereits im Oktober hatte Trump die bisherige sechsköpfige CFA praktisch entmachtet, just als die Abrissarbeiten am Ostflügel des Weißen Hauses begannen. Kritiker sehen darin den Versuch, institutionelle Hürden gezielt auszuräumen.
Neben der CFA muss auch die National Capital Planning Commission (NCPC) zustimmen. Dort hat der Präsident bereits mehrere politische Verbündete installiert. Die NCPC erhielt Anfang des Monats eine erste Präsentation zu den Plänen durch das Weiße Haus und den leitenden Architekten Shalom Baranes. Die Arbeit der CFA hingegen kam zuletzt nahezu zum Erliegen.
Zu den neuen CFA-Mitgliedern zählen Mary Anne Carter, Vorsitzende der National Endowment for the Arts und enge Vertraute der Stabschefin des Weißen Hauses, Roger Kimball, ein konservativer Kunstkritiker, James McCrery, ein Architekt mit direktem Bezug zum Ballsaalprojekt, sowie Matthew Taylor, ein Regierungsmitarbeiter, der an Trumps „National Garden of American Heroes“ mitarbeitet. Beobachter befürchten, dass diese Zusammensetzung zu einer bloßen Absegnung der Pläne führen könnte.
Der Ballsaal ist ein Prestigeprojekt des Präsidenten. Trump, selbst ehemaliger Immobilienentwickler, soll sich intensiv mit Details wie Grundrissen und Marmorauswahl beschäftigen. In Gesprächen mit Staats- und Wirtschaftsführern hebt er den Bau regelmäßig hervor. Für Trump ist das Projekt Teil seiner Vision, dem Weißen Haus einen repräsentativeren und opulenteren Charakter zu verleihen.
Parallel dazu läuft ein juristischer Streit. Eine Denkmalschutzorganisation fordert einen Baustopp, bis alle Genehmigungen – inklusive einer möglichen Zustimmung des Kongresses – vorliegen. Das Justizministerium widerspricht jedoch und betont, dass frühere Präsidenten ähnliche Umbauten ohne parlamentarische Zustimmung vorgenommen hätten. Zudem argumentiert die Regierung, ein Baustopp könne die nationale Sicherheit gefährden, da unterirdische Arbeiten auch der Modernisierung von Sicherheitsinfrastruktur dienen.
Während oberirdische Bauarbeiten frühestens im Frühjahr beginnen sollen, laufen unterirdische Maßnahmen bereits. Der Secret Service warnt, dass ein Abbruch der Arbeiten die Sicherheit des Präsidenten und seiner Familie beeinträchtigen könnte. Damit wird der Ballsaal nicht nur zu einem architektonischen, sondern auch zu einem politischen und rechtlichen Streitpunkt – mit Signalwirkung weit über Washington hinaus.