Heftige Schneefälle haben die Niederlande fest im Griff und sorgen landesweit für massive Einschränkungen im Verkehr. Besonders hart trifft es den internationalen Flughafen Amsterdam-Schiphol, wo der Flugbetrieb seit Tagen nur eingeschränkt möglich ist. Mehr als 700 Starts und Landungen wurden gestrichen, weitere Ausfälle sind nicht ausgeschlossen. Die Sichtverhältnisse und anhaltende Windböen machen einen regulären Betrieb nahezu unmöglich.
Für viele Reisende wurde der Flughafen notgedrungen zur Schlafstätte. Über 1.000 Menschen verbrachten die Nacht in den Terminals, wo Feldbetten aufgestellt wurden. Der Winterdienst arbeitet nach Angaben des Flughafens rund um die Uhr, doch die Wetterlage lässt bislang kaum Entspannung zu.
Auch der öffentliche Verkehr ist stark betroffen. Der Zugverkehr wurde in weiten Teilen des Landes eingeschränkt oder zeitweise ganz eingestellt. Die niederländische Bahngesellschaft NS rief die Bevölkerung dazu auf, nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben. Pendler und Reisende müssen sich auf erhebliche Verzögerungen einstellen.
Auf den Straßen zeigt sich ein ähnliches Bild: Bereits am frühen Morgen staute sich der Verkehr auf mehr als 700 Kilometern. Für einen Werktag ist das der schlimmste Stau seit 26 Jahren. Glätte, Schnee und Unfälle bringen den Verkehrsfluss vielerorts nahezu zum Erliegen.
Die aktuellen Schneefälle sind für die Niederlande ungewöhnlich intensiv. Seit Jahren sind winterliche Wetterlagen dieser Art selten geworden. Dass der Schnee nun seit dem 2. Januar nahezu ununterbrochen fällt, gilt als die längste Phase dieser Art seit vier Jahren. Meteorologen rechnen auch in den kommenden Tagen mit weiteren Einschränkungen.
Das Winterwetter hat damit nicht nur den Alltag vieler Menschen durcheinandergebracht, sondern zeigt auch, wie anfällig Infrastruktur und Verkehrssysteme bei extremen Wetterlagen weiterhin sind.