Die Bundesregierung plant seit Längerem, neben Bargeld eine Pflicht zur Annahme von Kartenzahlungen einzuführen. Gleichzeitig verzichten immer mehr Geschäfte vollständig auf Bargeld und setzen ausschließlich auf Karten- oder Smartphone-Zahlungen. Kritiker sehen in dieser Entwicklung eine schleichende Einschränkung der Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Befürworter bargeldloser Zahlungssysteme verweisen auf Effizienz, Hygiene und Zeitersparnis. Doch mit dem Rückzug des Bargelds aus dem Alltag gehe für viele Menschen eine zentrale Entscheidungsfreiheit verloren: die freie Wahl des Zahlungsmittels.
Besonders betroffen seien Personen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsmöglichkeiten, ältere Menschen sowie Verbraucher, die aus Datenschutz- oder Sicherheitsgründen bewusst bar bezahlen. Bargeld ermögliche anonyme Zahlungen und schütze vor einer vollständigen Nachverfolgbarkeit des Konsumverhaltens.
Kritiker warnen davor, den technischen Fortschritt einseitig voranzutreiben. Eine echte Wahlfreiheit bestehe nur dann, wenn Bargeld und digitale Zahlungsmittel gleichberechtigt nebeneinander bestehen. Andernfalls drohe aus einer freiwilligen Entwicklung ein faktischer Zwang zu digitalen Bezahlformen zu werden.