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Warten auf den Böller-Start: Männer übernachten auf Supermarkt-Parkplätzen – Polizei rückt aus

Beeki (CC0), Pixabay

Kuriose Einsätze für die Polizei in Thüringen: In der Nacht zu Montag wurden Beamte gleich mehrfach zu Supermarkt-Parkplätzen gerufen, nachdem Anwohner verdächtige Personen gemeldet hatten. Wie sich herausstellte, handelte es sich jedoch nicht um Einbrecher, sondern um besonders frühe Kundschaft für den Start des Silvesterfeuerwerksverkaufs.

Im ersten Fall alarmierten Anwohner in Friedrichroda (Landkreis Gotha) die Polizei, weil ihnen zwei Männer auf einem Supermarkt-Parkplatz verdächtig erschienen. Die Sorge: ein möglicher Einbruch. Vor Ort konnten die Beamten jedoch schnell Entwarnung geben. Weder Einbruchswerkzeug noch Aufbruchspuren wurden gefunden. Stattdessen hatten die Männer Decken und Teekannen dabei – offenbar, um die kalte Nacht zu überstehen.

Wie die Polizei mitteilte, wollten die beiden Männer unbedingt zu den Ersten gehören, die Silvesterfeuerwerk kaufen. Um sich einen Platz ganz vorne zu sichern, entschieden sie sich, direkt auf dem Parkplatz zu übernachten und auf die Öffnung des Marktes zu warten.

Ein ähnlicher Einsatz folgte wenig später in Bad Berka. Dort kontrollierten Polizisten drei junge Männer, die sich ebenfalls nachts auf einem Supermarkt-Parkplatz aufhielten. Auch hier bestand zunächst der Verdacht auf verdächtige Aktivitäten. Doch auch in diesem Fall stellte sich schnell heraus: Die Männer warteten lediglich auf den Beginn des Feuerwerksverkaufs.

Der Hintergrund: In Deutschland darf Silvesterfeuerwerk der Kategorie F2 – dazu zählen unter anderem Böller und Raketen – seit Mitternacht und bis zum 31. Dezember verkauft werden. Gezündet werden darf Feuerwerk dieser Klasse ausschließlich am 31. Dezember sowie am 1. Januar, jeweils ganztägig. Der Verkaufsstart mitten in der Nacht führt jedes Jahr dazu, dass besonders Feuerwerksfans frühzeitig vor den Geschäften erscheinen.

Die Polizei zeigte Verständnis für das ungewöhnliche Verhalten, machte jedoch deutlich, dass nächtliche Aufenthalte auf Parkplätzen schnell zu Missverständnissen führen können. Anwohner reagierten aufmerksam und meldeten verdächtige Situationen – ein Vorgehen, das grundsätzlich richtig sei.

Die Einsätze endeten in beiden Fällen ohne Konsequenzen. Für die Beamten blieb es bei kurzen Kontrollen, für die Feuerwerksfans bei einer langen Nacht – mit dem Ziel, am Morgen möglichst schnell Böller und Raketen kaufen zu können.

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