Die Berliner Polizei hat in den vergangenen Monaten einen massiven Schlag gegen den illegalen Handel mit Feuerwerkskörpern geführt. Seit dem Sommer wurden in der Hauptstadt mehr als 140.000 Feuerwerksartikel beschlagnahmt. Nach Angaben der eigens eingerichteten Koordinierungsstelle „Pyro“ handelt es sich dabei nicht nur um handelsübliche Böller, sondern vor allem um hochgefährliche, in Deutschland verbotene Pyrotechnik wie Raketen und sogenannte Kugelbomben mit enormer Sprengkraft.
Besonders alarmierend ist nach Angaben von Polizei und Zoll, dass ein Großteil der sichergestellten Feuerwerkskörper der Klasse F4 zuzuordnen ist. Diese Kategorie umfasst professionelles Feuerwerk, das ausschließlich von ausgebildeten Pyrotechnikern mit entsprechender behördlicher Genehmigung eingesetzt werden darf. Der Umgang mit dieser Pyrotechnik erfordert umfangreiche Fachkenntnisse, da Fehlbedienungen schwerste Verletzungen oder sogar tödliche Unfälle verursachen können. Für Privatpersonen sind Besitz, Transport und Verwendung strikt verboten.
Die Ermittlungen der Behörden zeigen, dass die illegale Pyrotechnik überwiegend in China produziert wird. Von dort aus gelangt sie über internationale Lieferketten nach Europa und wird häufig über Polen und Tschechien nach Deutschland geschmuggelt. Die Berliner Polizei betont in diesem Zusammenhang erneut, dass der Kauf von Feuerwerkskörpern in diesen Ländern zwar teilweise legal sein kann, die Einfuhr nach Deutschland jedoch einen klaren Gesetzesverstoß darstellt. Vielen Käufern sei dieser Umstand zwar bekannt, dennoch würden die Gefahren und rechtlichen Konsequenzen oft unterschätzt.
Um der zunehmenden Verbreitung illegaler Pyrotechnik wirksamer entgegenzutreten, wurde in Berlin die Koordinierungsstelle „Pyro“ ins Leben gerufen. Dort arbeiten Polizei, Zoll und weitere Sicherheitsbehörden eng zusammen, um Schmuggelrouten zu identifizieren, Lagerorte aufzuspüren und Händler sowie Abnehmer konsequent zu verfolgen. Gerade im Vorfeld von Silvester werden Kontrollen an Bahnhöfen, auf Autobahnen und im Onlinehandel deutlich intensiviert.
Die zunehmende Menge illegaler Feuerwerkskörper hat auch eine politische Debatte neu entfacht. Die Gewerkschaft der Polizei Berlin hat kürzlich eine Petition an die Innenministerkonferenz überreicht, in der sie ein bundesweites Böllerverbot im Privatbereich fordert. Als Begründung werden unter anderem die stetig steigenden Zahlen an Verletzten, massive Sachschäden sowie Angriffe auf Einsatzkräfte genannt, die insbesondere in der Silvesternacht regelmäßig zu verzeichnen sind.
Während Befürworter eines Verbots auf den Schutz von Menschen, Einsatzkräften und öffentlichem Eigentum verweisen, gibt es auch kritische Stimmen, die eine weitere Einschränkung traditioneller Silvesterbräuche ablehnen. Unabhängig von der politischen Entscheidung machen Polizei und Zoll jedoch deutlich: Der Kampf gegen illegale Pyrotechnik wird weiter verschärft – nicht zuletzt, um schwere Unfälle und Eskalationen in der Hauptstadt zu verhindern.