Die beiden sächsischen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden haben im vergangenen Jahr den höchsten Verlust ihrer Unternehmensgeschichte eingeflogen. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) bestätigte, belief sich das gemeinsame Minus der beiden Standorte auf 53,5 Millionen Euro.
Verlust bewusst eingeplant – Sanierung kostet zunächst mehr
Trotz der alarmierenden Zahl spricht der Vorstand von einem kalkulierten Defizit. Vorstandschef Götz Ahmelmann erklärte, die MFAG befinde sich seit 2024 in einem umfassenden Umbauprozess, der kurzfristig hohe Ausgaben verursache:
„Der Verlust war eingeplant. Unser Sanierungskurs erfordert zunächst erhebliche Investitionen – für Gutachten, externe Beratungen und erste strategische Umsetzungsschritte.“
Zu diesen Maßnahmen gehören u. a.:
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die Neustrukturierung des Managements
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die Überarbeitung der Flugverkehrsstrategie
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der geplante Ausbau der Frachtlogistik
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Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in den Betriebsgesellschaften
Warum die Flughäfen unter Druck stehen
Die Lage der sächsischen Airports gilt seit Jahren als angespannt. Gründe sind u. a.:
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Rückgang des Passagieraufkommens nach der Corona-Pandemie, besonders in Dresden
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hohe Betriebskosten und gestiegene Energiepreise
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zunehmender Konkurrenzdruck durch größere Drehkreuze in der Region
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strukturelle Schwächen des ostdeutschen Flugmarkts
Während Leipzig/Halle durch die DHL-Frachtdrehscheibe vergleichsweise stabil ist, kämpft Dresden seit Jahren mit sinkenden Passagierzahlen.
Sanierungsziel: 2028 sollen die Zahlen wieder stimmen
Die Flughafengesellschaft plant laut MFAG, den eingeschlagenen Sanierungspfad in den nächsten Jahren fortzusetzen. Ab 2026 sollen erste Effekte sichtbar werden, eine Rückkehr in Richtung einer schwarzen Null wird frühestens 2028 erwartet.
Die Eigentümer – Freistaat Sachsen, Stadt Dresden, Stadt Leipzig – unterstützen den Sanierungskurs aktuell politisch wie finanziell.
Politische Reaktionen und Kritik
Oppositionsparteien im sächsischen Landtag kritisieren die hohen Verluste und fordern eine „ehrliche Debatte“ über die Zukunftschancen insbesondere des Flughafens Dresden.
Wirtschaftsverbände und Logistikunternehmen dagegen halten den Standort Leipzig/Halle für systemrelevant, vor allem im Frachtbereich.
Nächste Schritte
Die MFAG will im Frühjahr eine aktualisierte Strategie für beide Standorte vorlegen. Dabei soll insbesondere beantwortet werden:
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Wie können Passagierströme stabilisiert werden?
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Welche Rolle soll der Frachtverkehr künftig spielen?
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Welche Investitionen benötigen die Standorte bis 2030?