Die verheerende Brandkatastrophe in Hongkong nimmt immer tragischere Ausmaße an: Nach dem Großfeuer, das am Wochenende gleich mehrere Hochhäuser einer Wohnanlage erfasste, ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf mindestens 44 Menschen gestiegen. Behörden warnen, dass die Zahl noch deutlich ansteigen könnte – denn rund 280 Bewohner*innen gelten weiterhin als vermisst.
Sieben von acht Hochhäusern in Flammen
Die betroffene Wohnanlage besteht aus acht dicht beieinanderstehenden Hochhäusern. Sieben davon gingen in der Nacht zum Sonntag in Flammen auf – ein Szenario, das selbst für eine Großstadt wie Hongkong, in der Hochhausbrände nicht ungewöhnlich sind, beispiellos ist.
Die Gebäude waren aufgrund umfassender Renovierungsarbeiten komplett eingerüstet. Erste Ermittlungen legen nahe, dass genau diese Bauarbeiten die Katastrophe möglicherweise verschärft haben könnten.
Bauarbeiter festgenommen – Verdacht auf Sicherheitsverstöße
Wie örtliche Medien berichten, hat die Polizei drei Mitarbeiter einer Bau- und Sanierungsfirma festgenommen. Die Ermittler prüfen, ob unsachgemäß gelagertes Material, brennbare Baufolien oder mangelhafte Brandschutzvorkehrungen den rasanten Brandverlauf begünstigt haben könnten.
Bewohner berichteten, dass die Flammen innerhalb von Minuten von einem Gebäude auf mehrere andere übergriffen – ein Hinweis darauf, dass Fassadenelemente oder eingesetzte Baumaterialien hoch entzündlich gewesen sein könnten.
Rettungskräfte am Limit
Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen meterhohe Flammen, dichte Rauchwolken und brennende Baugerüste. Viele Bewohner waren in ihren Wohnungen eingeschlossen und versuchten verzweifelt, über Balkone oder mit Handtüchern vor den Gesichtern zu signalisieren, dass sie Hilfe benötigen.
Mehrere Hundert Einsatzkräfte sind weiterhin im Einsatz.
Ein Beamter der Feuerwehr sagte örtlichen Reportern:
„Es ist eines der komplexesten und gefährlichsten Einsatzszenarien der letzten Jahrzehnte.“
Große Sorge um Vermisste
Die Behörden versuchen weiterhin herauszufinden, wie viele Menschen sich beim Ausbruch des Feuers tatsächlich in den Gebäuden aufhielten. Viele Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt zu Hause – ein Grund, warum die Zahl der Vermissten so hoch ist.
Zudem erschwert der Einsturz einzelner Fassadenteile die Suche, da Rettungskräfte nicht alle Bereiche betreten können.
Erinnerung an frühere Brandkatastrophen
Der Vorfall ruft Erinnerungen an frühere Großbrände in Hongkong wach, bei denen mangelhafte Brandschutzmaßnahmen oder enge Bebauung fatale Folgen hatten. Trotzdem gilt der Brandschutz in modernen Wohnkomplexen eigentlich als streng.
Dass nun gleich sieben Türme betroffen waren, wirft bereits jetzt grundlegende Fragen an die Bauaufsicht der Stadt auf.
Untersuchungen laufen – Regierung kündigt Konsequenzen an
Hongkongs Behörden haben eine umfassende Untersuchung angekündigt. Der Verwaltungschef äußerte sich betroffen und versprach schnelle Aufklärung sowie Unterstützung für die Betroffenen.