Mit einem umfangreichen Einsatz ist die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen ein mutmaßliches Schwarzarbeits- und Geldwäschenetzwerk vorgegangen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde sollen die Beschuldigten mindestens 24 Millionen Euro über ein eigenes, im Verborgenen betriebenes Zahlungssystem verschoben haben.
In den frühen Morgenstunden vollstreckten Einsatzkräfte einen Haftbefehl sowie 29 Durchsuchungsbeschlüsse in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin. Insgesamt richtet sich das Verfahren gegen 19 Tatverdächtige, die nach Einschätzung der Ermittler ein arbeitsteilig organisiertes kriminelles Netzwerk aufgebaut haben sollen.
Verdacht auf Schattenbank und Geldwäsche
Die Gruppe soll über Jahre eine Art „Schattenbank“ betrieben haben. Über dieses verdeckte System sollen Schwarzlöhne an Arbeiter ausgezahlt worden sein – vorbei an Finanzbehörden und Sozialkassen. Gleichzeitig bestehe der Verdacht auf umfangreiche Geldwäsche, um die illegal erwirtschafteten Summen zu verschleiern.
Wie die Ermittler berichten, wurden bei der Durchsuchungsaktion unterschiedliche Beweismittel sichergestellt, darunter elektronische Daten, Unterlagen sowie mutmaßlich relevante Finanzaufzeichnungen. Auch Vermögenswerte könnten im Zuge des Verfahrens eingefroren werden.
Bundesländerübergreifendes Netzwerk im Fokus
Die Einsätze in vier Bundesländern verdeutlichen nach Angaben der Behörden die Struktur des mutmaßlichen Schwarzarbeitsnetzes, das überregional tätig gewesen sein soll. Die Ermittlungen laufen seit Monaten und wurden mit Unterstützung verschiedener Landes- und Bundesbehörden geführt.
Weitere Schritte offen
Zu Art und Umfang der mutmaßlichen Schwarzarbeit äußerten sich die Ermittler bislang nicht im Detail. Auch Angaben zu den Branchen, in denen die Schwarzarbeiter eingesetzt worden sein sollen, stehen noch aus. Die Auswertung der sichergestellten Beweise dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Staatsanwaltschaft kündigte an, die Ermittlungen mit hoher Intensität fortzuführen. Eine Anklage könnte folgen, sobald die Ergebnisse der Durchsuchungen ausgewertet und die Vorwürfe weiter erhärtet wurden.