Bundesgesundheitsministerin Warken stellt angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen eine mögliche Gebühr für Patienten in Aussicht, die ohne Überweisung direkt einen Facharzt aufsuchen. In einem Interview deutete die CDU-Politikerin an, dass ein solches Modell geprüft werde, um die Kosten im Gesundheitssystem einzudämmen und das geplante Primärarztsystem zu stärken.
Das Konzept der schwarz-roten Koalition sieht vor, dass gesetzlich Versicherte grundsätzlich zuerst eine hausärztliche Praxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen, bevor sie zu einem Facharzt gehen. Als Alternative zu einer möglichen Gebühr nannte Warken auch einen Bonus für jene Patientinnen und Patienten, die sich an diese Struktur halten.
Unabhängig davon drohen vielen Versicherten im kommenden Jahr steigende Krankenkassenbeiträge. Hintergrund ist das vorläufige Scheitern des Sparpakets für die gesetzlichen Kassen im Bundesrat. Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, rechnet mit Beitragsanhebungen bei zahlreichen Kassen.
Die Debatte über Gebühren, Boni und die zukünftige Struktur der ambulanten Versorgung dürfte damit weiter an Fahrt gewinnen.