Die Zahl gefälschter Euro-Banknoten in Deutschland ist zwar weiter zurückgegangen, Entwarnung gibt es dennoch nicht. Vor allem 20-, 50- und zunehmend auch 100-Euro-Scheine stehen im Fokus von Geldfälschern. Besonders deutlich fällt der Anstieg bei falschen 100-Euro-Noten aus. Für Verbraucher bleibt daher wichtig, Bargeld aufmerksam zu prüfen – denn wer Falschgeld annimmt, trägt den finanziellen Schaden in der Regel selbst.
Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 30.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 waren noch 36.610 Fälschungen registriert worden, im zweiten Halbjahr 2025 waren es 31.353. Gegenüber dem unmittelbar vorhergehenden Halbjahr sank die Zahl damit um 4,3 Prozent.
Rein statistisch bleibt das Risiko überschaubar. Nach Angaben der Bundesbank kamen zuletzt etwa sieben gefälschte Banknoten auf 10.000 Einwohner. Trotzdem verursachten die entdeckten Fälschungen im ersten Halbjahr 2026 einen Schaden von rund 1,75 Millionen Euro.
50-Euro-Schein bleibt besonders beliebt bei Fälschern
Die mit Abstand meisten Fälschungen betreffen weiterhin den 50-Euro-Schein. Rund 47 Prozent aller entdeckten falschen Banknoten entfielen auf diese Stückelung.
Auch der 20-Euro-Schein spielt eine große Rolle. Rund ein Viertel aller sichergestellten Fälschungen waren falsche Zwanziger.
Beide Banknoten werden im Alltag besonders häufig verwendet. Genau das macht sie für Fälscher attraktiv: Sie können vergleichsweise unauffällig im Einzelhandel, in Restaurants oder bei privaten Bargeldgeschäften eingesetzt werden.
Auffälliger Anstieg bei gefälschten 100-Euro-Scheinen
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Entwicklung beim 100-Euro-Schein.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach den veröffentlichten Zahlen 5.043 gefälschte Hunderter entdeckt. Das entspricht einem Anstieg von rund 61 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Halbjahr.
Damit erreichten falsche 100-Euro-Banknoten einen Anteil von ungefähr 17 Prozent an allen registrierten Fälschungen.
Der Anstieg ist auch deshalb relevant, weil bei höheren Stückelungen der finanzielle Schaden pro Fälschung entsprechend größer ausfällt.
Viele Fälschungen lassen sich relativ einfach erkennen
Nach Einschätzung der Bundesbank sind zahlreiche Fälschungen nicht besonders professionell hergestellt. Wer Banknoten aufmerksam prüft, kann verdächtige Scheine daher häufig bereits ohne technische Hilfsmittel erkennen.
Die Bundesbank empfiehlt dafür die bekannte Methode:
„Fühlen – Sehen – Kippen“
Beim Fühlen sollte auf die typische Beschaffenheit des Banknotenpapiers geachtet werden. Echte Euro-Scheine bestehen nicht aus gewöhnlichem Druckerpapier und fühlen sich vergleichsweise fest und griffig an.
Beim Sehen lassen sich unter anderem Wasserzeichen und weitere Sicherheitsmerkmale überprüfen.
Beim Kippen verändern bestimmte Elemente ihr Erscheinungsbild. Bei Banknoten der Europa-Serie gehört dazu beispielsweise die sogenannte Smaragdzahl, die beim Bewegen der Banknote einen Lichtbalken zeigt und ihre Farbe verändert.
Bei größeren Stückelungen können weitere Sicherheitsmerkmale hinzukommen.
Vorsicht vor „MovieMoney“ und Spielgeld
Nicht jede falsche Banknote ist aufwendig gefälscht.
Immer wieder gelangen auch Scheine in den Zahlungsverkehr, die ursprünglich als Requisiten, Spielgeld oder sogenannte Film-Banknoten hergestellt wurden. Teilweise tragen sie Aufschriften wie „MovieMoney“, „Prop Copy“, „Facsimile“ oder andere Hinweise darauf, dass es sich nicht um echtes Geld handelt.
Auf den ersten flüchtigen Blick können solche Scheine echten Euro-Banknoten dennoch ähneln.
Gerade in hektischen Situationen – etwa bei großen Veranstaltungen, in Bars, auf Flohmärkten oder beim privaten Verkauf von Waren – besteht die Gefahr, solche Banknoten ungeprüft anzunehmen.
Wer Falschgeld annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen
Für Verbraucher besonders unangenehm: Gefälschtes Bargeld wird grundsätzlich nicht durch echtes Geld ersetzt.
Wer beispielsweise beim Verkauf eines gebrauchten Smartphones einen gefälschten 100-Euro-Schein erhält, kann diesen nicht einfach bei einer Bank gegen eine echte Banknote eintauschen. Der finanzielle Schaden bleibt beim Empfänger.
Umso wichtiger ist es, größere Bargeldbeträge bereits bei der Übergabe zu überprüfen.
Falschgeld niemals weitergeben
Wer erkennt oder ernsthaft vermutet, dass sich eine gefälschte Banknote im eigenen Besitz befindet, sollte sie nicht weiterverwenden.
Der Versuch, einen erkannten falschen Schein bewusst weiterzugeben, kann strafrechtliche Folgen haben.
Stattdessen sollte die verdächtige Banknote bei einer Bank oder bei der Polizei abgegeben werden. Hilfreich kann es außerdem sein, sich daran zu erinnern, wann und von wem der Schein angenommen wurde.
Auch Zwei-Euro-Münzen werden gefälscht
Falschgeld beschränkt sich nicht auf Banknoten.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland laut den vorliegenden Angaben fast 64.900 gefälschte Euro-Münzen festgestellt. Dabei handelte es sich überwiegend um falsche Zwei-Euro-Stücke.
Nach einem Rückgang im zweiten Halbjahr 2025 stieg die Zahl der entdeckten falschen Münzen wieder um 8,6 Prozent.
Für Verbraucher ist die Überprüfung von Münzen allerdings schwieriger als bei Banknoten, da viele Menschen Sicherheitsmerkmale von Euro-Münzen weniger genau kennen.
Neue Euro-Banknoten sollen Sicherheit weiter erhöhen
Parallel arbeitet die Europäische Zentralbank an einer neuen Generation von Euro-Banknoten.
Neben einem neuen Erscheinungsbild sollen dabei auch modernisierte Sicherheitsmerkmale eingesetzt werden. Ziel ist es, die Banknoten künftig noch schwieriger kopierbar zu machen.
Bis neue Scheine tatsächlich ausgegeben werden, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Bis dahin bleibt das bestehende Bargeldsystem mit seinen bekannten Sicherheitsmerkmalen bestehen.
Verbraucher sollten besonders bei privaten Geschäften aufmerksam sein
Im normalen Geschäftsverkehr dürfte das Risiko, Falschgeld zu erhalten, weiterhin gering sein. Größere Vorsicht kann jedoch bei privaten Bargeldgeschäften sinnvoll sein.
Wer beispielsweise ein Auto, Smartphone, Fahrrad oder andere hochwertige Gegenstände gegen Bargeld verkauft, sollte größere Banknoten sorgfältig prüfen. Bei hohen Beträgen kann zudem eine gemeinsame Einzahlung bei einer Bank oder eine Überweisung eine sicherere Alternative darstellen.
Dabei gilt: Eine einzelne ungewöhnliche Banknote ist noch kein Beweis für Betrug. Entscheidend ist die Prüfung der Sicherheitsmerkmale.
Fazit
Die gute Nachricht lautet: Insgesamt wurden in Deutschland zuletzt weniger falsche Euro-Banknoten entdeckt. Die Entwicklung zeigt jedoch gleichzeitig, dass Geldfälscher ihre Aktivitäten auf bestimmte Stückelungen konzentrieren.
Besonders 50-Euro-Scheine bleiben weit verbreitet, während bei 100-Euro-Banknoten ein auffälliger Anstieg registriert wurde.
Für Verbraucher lohnt sich deshalb insbesondere bei größeren Bargeldbeträgen der kurze Sicherheitscheck. Die Methode „Fühlen, Sehen, Kippen“ benötigt nur wenige Sekunden – kann im Ernstfall aber verhindern, dass aus einem scheinbar normalen Bargeldgeschäft ein finanzieller Verlust wird.