Ein unscheinbares Industrieareal in Hagen entpuppte sich als Schauplatz eines umfangreichen Polizeieinsatzes, der Ermittlerinnen und Ermittler in der Nacht zu einem der bislang bedeutendsten Funde der Region führte. Hinter der Fassade einer gewöhnlichen Lagerhalle stießen Einsatzkräfte auf ein professionell aufgebautes Drogenlabor, in dem offenbar synthetische Betäubungsmittel in nennenswerten Mengen produziert wurden.
Die Ermittler nahmen insgesamt zwölf Personen vorläufig fest. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft spricht vieles dafür, dass in der Halle ein laufender Produktionsbetrieb eingerichtet war. Hinweise darauf fanden sich überall: Destillationsgeräte, chemische Vorrichtungen, Arbeitsstationen und große Mengen an Substanzen, die für die Herstellung synthetischer Drogen typischerweise benötigt werden.
Besonders heikel war die Situation, weil aus mehreren Kanistern Chemikalien ausgetreten waren. Die Feuerwehr rückte mit Spezialkräften an, um mögliche Gefahren für die Einsatzkräfte und die Umgebung einzudämmen. Experten sicherten die Stoffe, bevor sie weitere Schäden anrichten konnten.
Bei der Durchsuchung beschlagnahmte die Polizei rund zwei Kilogramm Ecstasy-Tabletten, dazu größere Summen Bargeld, mehrere Mobiltelefone, Fahrzeuge und verschiedene Waffen. Die Funde deuten nach Einschätzung der Ermittler auf ein gut organisiertes Netzwerk hin, dessen Strukturen nun weiter aufgeklärt werden sollen.
Die Polizei setzt ihre Untersuchungen fort. Im Mittelpunkt stehen die Herkunft der Chemikalien, die Rollenverteilung innerhalb der Gruppe sowie mögliche Verbindungen zu überregionalen Strukturen des illegalen Drogenhandels.