Kriminelle setzen bei einem aktuellen Fake-Shop auf eine besonders dreiste Betrugsmasche. Nachdem Kunden den Kaufpreis bereits überwiesen haben, werden sie aufgefordert, die Zahlung angeblich wegen eines Problems mit dem Banksystem zu stornieren und den gleichen Betrag noch einmal auf ein anderes Konto zu überweisen. Im schlimmsten Fall verlieren Betroffene dadurch zweimal den Kaufpreis.
Als Beispiel wird der Fake-Shop msanhanger.at genannt. Dort werden Anhänger und Fahrräder zu auffällig günstigen Preisen angeboten. Um seriös zu erscheinen, verwenden die Betreiber die Daten eines tatsächlich existierenden Unternehmens. Das Impressum wurde offenbar übernommen, obwohl das echte Unternehmen mit dem betrügerischen Internetshop nichts zu tun hat.
Nach erster Zahlung folgt die zweite Falle
Nach der Bestellung sollen Kunden den Kaufpreis per Banküberweisung bezahlen. Kurz nach der ersten Überweisung erhalten sie eine professionell wirkende E-Mail. Darin wird behauptet, es gebe ein Problem mit dem Banksystem.
Die bereits ausgeführte Überweisung solle deshalb storniert und der Betrag anschließend auf ein neues Konto überwiesen werden. Als Empfänger wird beispielsweise ein angeblicher „stellvertretender Hauptbuchhalter“ genannt.
Genau darin liegt die zweite Falle. Eine bereits ausgeführte Überweisung lässt sich häufig nicht mehr ohne Weiteres zurückholen. Überweist das Opfer trotzdem ein zweites Mal, können am Ende beide Zahlungen verloren sein.
Besonders misstrauisch sollten Verbraucher werden, wenn ein Unternehmen plötzlich verlangt, den Kaufpreis nicht auf ein Firmenkonto, sondern auf das Konto einer angeblichen Privatperson oder eines vermeintlichen Buchhalters zu überweisen.
Zahlreiche Warnzeichen beim Fake-Shop
Bei dem genannten Shop gibt es weitere Auffälligkeiten. Als Zahlungsmöglichkeit wird ausschließlich die Banküberweisung angeboten. Zudem sollen Kunden möglichst per Sofortüberweisung bezahlen und anschließend einen Zahlungsnachweis per E-Mail schicken.
Auch die angegebene Kontaktadresse wirkt verdächtig und verwendet eine Domain, die nicht zum vermeintlichen Unternehmen passt. Die Internetdomain des Shops wurde erst im Juli 2026 geändert. Die als Zahlungsempfänger genannten Personen stehen laut der Warnung nicht mit dem echten Unternehmen in Verbindung.
Hinzu kommen eine dauerhaft nicht erreichbare Telefonnummer, teilweise unscharfe Bilder sowie eine Mischung aus deutschen und englischen Texten. Auch mehrere unterschiedliche IBANs sollen für Zahlungen verwendet worden sein. Angebote des Fake-Shops wurden außerdem auf Kleinanzeigenportalen entdeckt.
Bereits Geld überwiesen: Sofort Bank verständigen
Wer bereits Geld an einen solchen Fake-Shop überwiesen hat, sollte sofort seine Bank kontaktieren und den Betrugsverdacht melden. Je schneller reagiert wird, desto eher besteht zumindest die Möglichkeit, dass eine noch nicht endgültig ausgeführte Zahlung gestoppt werden kann.
Betroffene sollten außerdem Anzeige bei der Polizei erstatten und Bestellbestätigungen, E-Mails, Zahlungsaufforderungen, Kontodaten und Überweisungsbelege als Beweismittel sichern.
Eine Aufforderung, eine bereits bezahlte Bestellung wegen angeblicher Bankprobleme noch einmal auf ein anderes Konto zu überweisen, ist ein massives Warnsignal. Keinesfalls sollte eine zweite Zahlung erfolgen.