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Neue Bahn-Chefin warnt: „Es wird erst mal nicht besser“

annca / Pixabay

Die Deutsche Bahn steckt tiefer in der Krise, als bislang erwartet – das sagt nun die neue Konzernchefin Evelyn Palla ganz offen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kündigte sie an, dass die Pünktlichkeit im Fernverkehr weiterhin miserabel bleiben werde. In diesem Jahr dürfte die Quote sogar unter 60 Prozent landen – ein historischer Tiefstand.

Bereits im Oktober war die Pünktlichkeit mit 51,5 Prozent auf ein neues Rekordtief gefallen. Seit Juni schafft es die Bahn in keinem Monat mehr über die 60-Prozent-Marke. Für 2026 peilt Palla zwar Verbesserungen an, doch zunächst gehe es vor allem darum, einen weiteren Absturz zu verhindern. Ein Ziel von 55 Prozent hält sie dennoch für zu niedrig.

Massive Zunahme an Baustellen

Ein Grund für das anhaltende Chaos: Die Infrastruktur ist in noch schlechterem Zustand als angenommen. „Die Anlagen altern dramatischer, als wir prognostiziert hatten“, so Palla. Deshalb werde die Zahl der Baustellen im kommenden Jahr auf über 28.000 steigen – rund 7.000 mehr als noch 2024. Betroffen sind insbesondere Stellwerke, Schienen, Weichen und Oberleitungen.

Schon für 2025 rechnet die Bahn mit 26.000 Baustellen. Die Folge: Das ohnehin belastete Schienennetz wird weiter strapaziert, und Reisende müssen sich auf mehr Sperrungen und Umleitungen einstellen.

Fokus auf Sauberkeit und Service – trotz Dauerbaustellen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hatte die Lage der Bahn zuletzt als „dramatisch“ bezeichnet und ein Sofortprogramm gefordert. Dem will Palla nachkommen: Mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen, funktionierende Toiletten und Bordbistros sowie bessere Kundeninformation sollen kurzfristig spürbare Verbesserungen bringen – auch ohne schnelle Pünktlichkeitsgewinne.

Palla war zuvor Chefin von DB Regio und übernahm im Oktober den Vorstandsvorsitz von Richard Lutz, dessen Vertrag vorzeitig beendet wurde. Die Managerin stellt klar: Die Wende wird kommen – aber Geduld ist nötig.

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