Die sächsische Bergwacht blickt auf ein außergewöhnlich intensives Einsatzjahr zurück – vor allem Mountainbiker sorgten für rekordverdächtige Arbeit. Wie aus dem aktuellen Jahresbericht hervorgeht, mussten die Retter 47-mal ausrücken, um gestürzten Radfahrerinnen und Radfahrern zu helfen. Damit erreichte die Zahl der Bike-Unfälle einen neuen Höchststand. Gründe sehen die Einsatzkräfte unter anderem im boomenden Outdoor-Tourismus, immer anspruchsvolleren Trails sowie in der wachsenden Zahl elektrischer Mountainbikes, die höhere Geschwindigkeiten ermöglichen und Stürze oft dramatischer ausfallen lassen.
Während die Bergwacht bei den Radunfällen eine klare Zunahme verzeichnete, gab es in anderen Bereichen leichte Entspannung – allerdings nicht ohne tragische Ausnahmen. Die Zahl der Kletterunfälle sank auf 20, doch mehrere davon endeten tödlich, unter anderem im beliebten Klettergebiet Rathen sowie im Kletterpark Pirna-Liebethal. Vor allem im Elbsandsteingebirge bleiben riskante Routen und wechselnde Felsbedingungen ein ständiges Sicherheitsrisiko.
Am häufigsten gerufen wurden die Bergretter im vergangenen Jahr jedoch zu klassischen Freizeitunfällen: Mehr als 100 Einsätze entfielen jeweils auf Wandernde, Ski- und Rodelfahrende. Viele Notrufe gingen an Tagen ein, an denen die Wetterbedingungen trügerisch waren – etwa bei plötzlich einsetzender Glätte, Nebel oder rasch wechselnden Temperaturen im Mittelgebirge.
Die Bergwacht mahnt angesichts der Zahlen zu mehr Umsicht und besserer Vorbereitung bei Outdoor-Aktivitäten. Insbesondere bei Mountainbike-Touren empfehlen die Retter eine realistische Selbsteinschätzung, gut gewartete Ausrüstung und das Tragen eines Helms – Maßnahmen, die im Ernstfall Leben retten können.