Dark Mode Light Mode

Spanien: Zehntausende protestieren zum Jahrestag der Flutkatastrophe von Valencia

Julius_Silver (CC0), Pixabay

Ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe in der spanischen Mittelmeerregion Valencia sind am Samstag erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie forderten den Rücktritt des Regionalpräsidenten Carlos Mazón, dem sie schweres Versagen beim Katastrophenschutz vorwerfen.

50.000 Menschen gedenken der Opfer und fordern Konsequenzen

Nach Angaben der Zentralregierung in der Region beteiligten sich rund 50.000 Demonstrierende an dem Protestzug durch Valencia. Viele trugen Fotos der mehr als 220 Todesopfer der Flut in den Händen, wie der Fernsehsender RTVE berichtete. „Wir wurden nicht gewarnt, wir wurden im Stich gelassen“, war auf Transparenten zu lesen.


Die Nacht, in der Valencia versank

Am 29. Oktober 2024 und in der darauffolgenden Nacht fielen über der Region sintflutartige Regenmengen – so viel wie sonst in einem ganzen Jahr. Flüsse traten über die Ufer, Dörfer und Stadtviertel wurden innerhalb weniger Stunden überschwemmt.
Über 220 Menschen starben, Tausende wurden verletzt, und viele verloren ihr Zuhause. Die wirtschaftlichen Schäden werden auf bis zu 18 Milliarden Euro geschätzt.


Schwere Vorwürfe gegen Regionalregierung

Die Regierung Mazóns steht seither massiv unter Druck. Kritiker werfen dem konservativen Regionalpräsidenten vor, zu spät gewarnt und Evakuierungen unzureichend organisiert zu haben. Frühwarnsysteme hätten versagt, und viele Menschen seien von den Fluten überrascht worden, obwohl Wetterdienste bereits Tage zuvor Alarm geschlagen hatten.

Mazón hat inzwischen „Fehler“ eingeräumt, schließt jedoch einen Rücktritt weiterhin aus. Seine Regierung will stattdessen ein neues Katastrophenschutzkonzept vorlegen.


Erinnerung und Wut zugleich

Für viele Betroffene ist das jedoch zu spät. Sie sehen in den jährlichen Gedenkveranstaltungen nicht nur eine Mahnung an die Opfer – sondern auch einen Appell an die Politik, endlich Verantwortung zu übernehmen.
„Die Toten verdienen mehr als Entschuldigungen“, sagte eine Demonstrantin im spanischen Fernsehen. „Sie verdienen Gerechtigkeit.“


Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Frankreich droht nicht der Bankrott – nur das gemütliche Ersticken

Next Post

Kamala Harris: „Ich bin noch nicht fertig – Amerika vielleicht schon“