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US-Tech-Absolventen verzweifeln – die Fed kann ihnen nicht helfen

qimono (CC0), Pixabay

In den USA kämpfen derzeit Hunderttausende junger Hochschulabsolventen mit Informatikabschluss um ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt – und das, obwohl die US-Notenbank (Federal Reserve) ihre Zinspolitik bereits gelockert hat, um die Konjunktur zu stützen.

Doch selbst weitere Zinssenkungen dürften daran wenig ändern.

Zinsen runter – Jobs bleiben aus

Seit September senkt die Fed Schritt für Schritt die Leitzinsen, um Investitionen anzuregen und Unternehmen zu Neueinstellungen zu bewegen. Doch in vielen Branchen – insbesondere im Technologiesektor – herrscht weiter Zurückhaltung.

Grund ist die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit durch Präsident Donald Trumps Handelspolitik. Nach seinen drastischen „Liberation Day“-Zöllen im Frühjahr 2025 sind viele Firmen vorsichtig geworden.

„Der Arbeitsmarkt ist eingefroren, weil Unternehmen schlicht nicht wissen, wohin sich die Wirtschaft bewegt“, sagt Laura Ullrich, Ökonomin beim Jobportal Indeed.

Trump hatte kürzlich erneut Verhandlungen mit Kanada abgebrochen, nachdem eine Provinz ein Anti-Zoll-Werbevideo ausgestrahlt hatte. Gleichzeitig verschärft er den Ton gegenüber China – auch wegen seltener Erden und alter Handelsabkommen.

„So lange die Politik unberechenbar bleibt, kann auch die Fed die Unsicherheit nicht wegräumen“, kommentiert Rich Lesser, Chefberater bei Boston Consulting Group.

Laut einer aktuellen Befragung des Conference Board sehen 68 Prozent der US-Chefs die wirtschaftliche Lage für die nächsten sechs Monate pessimistisch – und planen, ihre Belegschaften zu verkleinern oder konstant zu halten.

Künstliche Intelligenz frisst Einsteigerjobs

Selbst wenn die Konjunktur anzieht, droht vielen jungen Tech-Absolventen ein strukturelles Problem: Künstliche Intelligenz ersetzt zunehmend Tätigkeiten, die früher von Berufseinsteigern übernommen wurden.

Eine Studie von Google ergab, dass bereits 90 Prozent der Tech-Beschäftigten KI im Arbeitsalltag einsetzen. Das macht Junior-Positionen in Programmierung, Design und Datenanalyse vielerorts überflüssig.

„Es gibt viele neue Absolventen, aber zu wenig Nachfrage nach ihnen“, sagt David Seif, Chefökonom für Industrieländer bei Nomura.

Laut Indeed sind die Stellenausschreibungen im Bereich Technologie und Mathematik seit 2020 um 35 Prozent gesunken, besonders stark bei Entwicklern und Designern. Dagegen explodiert die Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Spezialisten.

Der Ökonom Matthew Martin von Oxford Economics spricht von einem klaren Strukturwandel:

„Berufe in der Informatik sind besonders anfällig für Automatisierung und Verdrängung.“

Und laut der jüngsten CEO-Umfrage des Conference Board erwarten die meisten Unternehmenschefs, dass über die Hälfte der Jobs in ihren Firmen durch KI innerhalb der nächsten fünf Jahre grundlegend verändert wird.

„Ich konkurriere mit der KI“

Für viele junge Menschen, die Informatik studierten, um stabile und gut bezahlte Jobs zu finden, ist das eine bittere Erfahrung.

„Ich habe das Gefühl, ich konkurriere mit der KI, nur um überhaupt irgendwo reinzukommen“, sagt Abraham Rubio, der in New Jersey kürzlich seinen Abschluss in Computer Science und Game Programming machte.

Fazit

Die Fed kann mit Zinssenkungen die Nachfrage nach Arbeitskräften nur bedingt ankurbeln – doch gegen technologische Umbrüche und politische Unsicherheiten ist sie machtlos.

Was bleibt, ist eine neue Realität:
Ein Überangebot an gut ausgebildeten jungen Menschen, die um Jobs kämpfen, die vielleicht nie wieder in alter Form zurückkehren.


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