Aktenzeichen: 3606 IN 10313/25
Mit Beschluss vom 23. Oktober 2025 hat das Amtsgericht Charlottenburg drastische Maßnahmen zur finanziellen Sicherung der Trattoria Felice GmbH, ansässig in der Lychener Straße 41 in Berlin-Prenzlauer Berg, ergriffen. Das traditionsreiche italienische Restaurant, geführt von Geschäftsführer Sebastian Stöber, sieht sich einem vorläufigen Insolvenzverfahren gegenüber, das auf eine tiefe wirtschaftliche Krise hinweist.
Die Entscheidung des Gerichts fiel um 9:00 Uhr und hat weitreichende Folgen für den Geschäftsbetrieb. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dirk Semmelmann aus Berlin-Wilmersdorf bestellt. Ihm obliegt nun die Aufgabe, das noch vorhandene Vermögen der Gesellschaft zu sichern und eine umfassende Prüfung der finanziellen Lage vorzunehmen. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird die Feststellung sein, ob die Insolvenzmasse überhaupt ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken.
Sämtliche Verfügungen über das Vermögen der Trattoria Felice dürfen fortan nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Insolvenzverwalters erfolgen. Dies betrifft insbesondere Bankguthaben, offene Forderungen und laufende Einnahmen. Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über diese Vermögenswerte ist vollständig auf Rechtsanwalt Semmelmann übergegangen. Zudem ist er befugt, Sonderkonten im Namen der Schuldnerin zu eröffnen, um Gelder getrennt vom laufenden Betrieb zu verwalten.
Auch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen das Unternehmen wurden gestoppt. Neue Vollstreckungsversuche sind ebenfalls untersagt, um eine weitere Verschlechterung der Vermögenssituation zu verhindern. Die Gläubiger und Drittschuldner wurden angewiesen, Zahlungen ausschließlich an den Insolvenzverwalter zu leisten. Die Kreditinstitute der Trattoria sind verpflichtet, dem Verwalter vollumfänglich Auskunft über bestehende Konten zu erteilen.
Dem vorläufigen Insolvenzverwalter steht zudem das Recht zu, die Geschäftsräume der Gesellschaft zu betreten und dort Nachforschungen anzustellen. Die Trattoria Felice ist verpflichtet, uneingeschränkte Einsicht in alle Bücher und Geschäftspapiere zu gewähren und jede erforderliche Auskunft zur Aufklärung der Vermögensverhältnisse zu erteilen.
Die Maßnahmen wurden zum Schutz der Gläubiger und zur Verhinderung weiterer Vermögensverschiebungen angeordnet und sind bis zur Entscheidung über die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens wirksam.
Ob die Trattoria Felice GmbH eine Sanierung einleiten kann oder letztlich das Insolvenzgericht das reguläre Verfahren eröffnet, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Für die Gäste und das Personal bedeutet die aktuelle Lage eine Phase der Unsicherheit, während im Hintergrund um die finanzielle Zukunft der gastronomischen Institution gerungen wird.