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Zwei Besucher aus den Tiefen des Alls: Kometen SWAN und Lemmon leuchten am Herbsthimmel

TheOtherKev (CC0), Pixabay

Für Sternenfreunde ist der Oktober 2025 ein ganz besonderer Monat: Gleich zwei Kometen – C/2025 R2 „SWAN“ und C/2025 A6 „Lemmon“ – sind derzeit am Nachthimmel zu sehen. Mit etwas Geduld, einem Fernglas und klarem Himmel lassen sich die beiden Himmelskörper noch bis Anfang beziehungsweise Mitte November beobachten.

Zwei „schmutzige Eisbälle“ auf Stippvisite bei der Erde

Kometen sind eisige Überbleibsel aus der Frühzeit des Sonnensystems – oft als „schmutzige Eisbälle“ bezeichnet, da sie aus Staub, gefrorenen Gasen und Gestein bestehen. Wenn sie der Sonne nahekommen, beginnt ihr Eis zu verdampfen. Dabei entsteht die für Kometen typische, leuchtende Hülle aus Gas und Staub, die sogenannte Koma, sowie der oft mehrere Millionen Kilometer lange Schweif, der immer von der Sonne wegzeigt.

Im Oktober haben nun zwei dieser fernen Himmelskörper ihren großen Auftritt:

  • C/2025 R2 (SWAN) – ein erst kürzlich entdeckter Komet, der sich derzeit der Erde nähert,

  • und C/2025 A6 (Lemmon) – ein bereits bekannter Komet, der in den kommenden Tagen besonders hell leuchten dürfte.

Komet SWAN: Späte Entdeckung eines Himmelsgastes

Der Komet SWAN wurde erst im September 2025 entdeckt – erstaunlich spät, da er zu diesem Zeitpunkt der Sonne bereits sehr nahe war. Ein Amateurastronom stieß auf seine Spur, als er Aufnahmen des Sonnenobservatoriums SOHO auswertete. SWAN durchlief seinen sonnennächsten Punkt bereits am 12. September und entfernt sich nun wieder langsam.

Am 20. Oktober erreicht er den erdnächsten Punkt seiner Bahn in etwa 40 Millionen Kilometern Entfernung. Schon jetzt ist er von der nördlichen Hemisphäre aus im Südwesten kurz nach Sonnenuntergang sichtbar. In den kommenden Tagen wird er dabei durch die Sternbilder Schlange, Schild und Schütze wandern.

Wer ihn beobachten möchte, sollte früh in der Dämmerung mit der Suche beginnen und eine freie Sicht auf den südwestlichen Horizont haben. Ein gutes Fernglas genügt, um den Kometen als schwach leuchtenden, nebligen Fleck auszumachen. Bis Anfang November bleibt SWAN sichtbar, bevor er endgültig wieder in die Tiefen des Sonnensystems verschwindet.

Komet Lemmon: Bald mit bloßem Auge sichtbar?

Deutlich auffälliger zeigt sich derzeit der Komet C/2025 A6 (Lemmon). Er steht höher am Himmel und ist somit leichter zu finden. Momentan befindet er sich unterhalb des Großen Wagens und wandert in den kommenden Tagen weiter in Richtung des Sternbilds Bärenhüter (Bootes).

„Er ist noch einige Tage lang besser am Morgenhimmel zu sehen, bevor er sich auch abends zeigt“, erklärt Astronom Uwe Pilz. Mit einem Fernglas erscheint Lemmon als milchiger Fleck mit einem kurzen Schweif. Rund um den 21. Oktober kommt er der Erde besonders nahe und dürfte dann noch heller werden – vielleicht so hell, dass er sogar mit bloßem Auge sichtbar ist.

Geduld und klare Nächte gefragt

Um die beiden Kometen zu beobachten, braucht es gute Sichtbedingungen, wenig Lichtverschmutzung und etwas Geduld. Ideal sind klare Nächte fernab von Städten. Eine Sternenkarte oder Astronomie-App kann helfen, die Position der Kometen genau zu bestimmen.

Während SWAN Anfang November verblassen wird, bleibt Lemmon voraussichtlich bis Mitte November in der Abenddämmerung sichtbar. Damit bietet der Herbsthimmel in diesem Jahr gleich zweimal die seltene Gelegenheit, einen Blick auf Besucher aus den fernen Regionen des Sonnensystems zu werfen – Relikte aus der Entstehungszeit unserer Planeten.

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