Eine täuschend echte E-Mail, ein angeblicher Rechnungsbetrag über mehr als 160 Euro und ein „praktischer“ Link zur Online-Rechnung: Mit dieser Masche versuchen derzeit Kriminelle, an Zugangsdaten von Telekom-Kundinnen und -Kunden zu gelangen. Besonders perfide: Dem Fake geht oft eine echte System-Mail zur Passwort-Wiederherstellung voraus – ausgelöst von den Tätern, um Vertrauen zu schaffen. Kurz darauf folgt die gefälschte Rechnungsmail oder ein fingierter Warnhinweis, der auf eine nachgebaute Login-Seite führt. Ziel: Benutzernamen, Passwörter und weitere persönliche Daten abgreifen.
Woran Sie die Fälschungen erkennen
- Unerwartete Zahlungshinweise oder Rückstände, oft mit knapp gesetzter Frist oder Drohung (Sperre, Mahngebühr).
- Aufforderung, zwingend über einen Button/Link „Rechnung einsehen“ oder „Kundencenter öffnen“ zu gehen.
- Absenderadresse und Link-Ziel weichen – teils minimal – von der echten Domain ab.
- Allgemeine Anrede, Rechtschreib- oder Layoutfehler; Logos und Farben wirken gleich, sind aber nur kopiert.
- Mail folgt unmittelbar auf eine echte Benachrichtigung zur Passwortänderung – das soll Seriosität vorgaukeln.
So reagieren Sie richtig
- Nicht klicken. Verdächtige Mails sofort löschen oder in den Spam-Ordner verschieben.
- Status nur direkt prüfen: Browser manuell öffnen und über die Adresseingabe die offizielle Seite aufrufen – nicht über Links in Mails.
- Falls bereits geklickt und Daten eingegeben:
- Sofort Passwort im Kundencenter ändern.
- Wenn dasselbe Passwort anderswo genutzt wurde: auch dort ändern.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, sofern verfügbar.
- Ungewöhnliche Aktivitäten (Login-Benachrichtigungen, Vertragsänderungen) prüfen und dem Anbieter melden.
- Gerät checken: Einen aktuellen Viren-/Malware-Scan durchführen.
- Phishing melden: Verdächtige Nachricht an den Anbieter weiterleiten (Betreff „Phishing-Verdacht“) und anschließend löschen.
Prävention – machen Sie Ihr Postfach widerstandsfähig
- Für jedes Konto ein starkes, einzigartiges Passwort nutzen (Passwortmanager empfiehlt sich).
- 2FA grundsätzlich aktivieren.
- Mail-Anhänge und Links skeptisch behandeln, besonders bei Zahlungs- oder Sicherheits-Themen.
- Absenderadresse und Linkziel überprüfen (per Mauszeiger anzeigen lassen), bevor Sie etwas anklicken.
- Konto-Benachrichtigungen zu Logins oder Änderungen aktivieren, um Auffälligkeiten früh zu sehen.
Merksatz für alle Fälle
Rechnungen, Vertragsdaten, Passwörter oder Zahlungen niemals über Mail-Links erledigen – immer selbst die offizielle Website aufrufen und dort im eigenen Konto nachsehen. So entziehen Sie Phishing-Mails den Boden.