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CO₂-Anstieg erreicht Rekordniveau – WMO warnt vor gefährlichem Klimakreislauf

geralt (CC0), Pixabay

Die Konzentration von Kohlendioxid (CO₂) in der Erdatmosphäre ist im Jahr 2024 so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der modernen Messungen im Jahr 1957. Das geht aus dem neuen Treibhausgas-Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor. Auch die Werte der Treibhausgase Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) erreichten demnach neue Höchststände.

Nach Angaben der WMO hat sich die jährliche CO₂-Zunahme seit den 1960er Jahren verdreifacht. Damit beschleunigt sich der Klimawandel weiter, obwohl internationale Vereinbarungen eigentlich eine drastische Reduktion der Emissionen vorsehen.

Langzeitwirkung über Jahrhunderte

CO₂ ist das langfristig wirksamste Treibhausgas, da es über Jahrhunderte in der Atmosphäre verbleibt. Selbst 1.000 Jahre nach dem Ausstoß seien noch 15 bis 40 Prozent des Kohlendioxids in der Luft messbar, so Klimaforscher. Hauptquellen sind die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas – etwa zur Stromerzeugung, Heizung, im Verkehr und in der Industrie.

Die Folge: Mehr CO₂ in der Atmosphäre bedeutet eine stärkere Rückstrahlung von Wärme auf die Erde – der Treibhauseffekt verstärkt sich.

WMO warnt vor Teufelskreis

Neben den menschengemachten Emissionen tragen auch zunehmende Wald- und Buschbrände zu dem Rekordanstieg bei. Zugleich nimmt die Fähigkeit der Natur, CO₂ zu speichern, ab. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo spricht von einem „drohenden Teufelskreis“:

„Die Wälder und Ozeane, die bislang als natürliche CO₂-Senken fungierten, verlieren durch Hitze, Trockenheit und Versauerung zunehmend ihre Aufnahmefähigkeit.“

Dieser Effekt verschärft sich, weil mit steigenden Temperaturen Ozeane weniger CO₂ lösen können und Wälder durch Dürren oder Brände geschädigt werden.

El Niño verschärft die Lage

Das Klimaphänomen El Niño hat die Situation im Jahr 2024 zusätzlich verschlimmert. Durch höhere Meerestemperaturen kam es zu Dürren in Südamerika und Afrika sowie zu vermehrten Waldbränden. Diese setzten zusätzliche Mengen CO₂ frei und reduzierten gleichzeitig die Fähigkeit der Ökosysteme, Kohlenstoff aufzunehmen.

2024: Wärmstes Jahr seit der Industrialisierung

Der WMO-Bericht bestätigt zudem: 2024 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globale Durchschnittstemperatur lag 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau – mehr als jemals zuvor. Auch die Ozeane erreichten Rekordwerte, sowohl an der Oberfläche als auch in bis zu 2.000 Metern Tiefe.

Etwa die Hälfte des ausgestoßenen CO₂ verbleibt dauerhaft in der Atmosphäre. Die andere Hälfte wird von Wäldern und Meeren aufgenommen – doch mit steigender Temperatur schwächt sich dieser natürliche Ausgleich ab.

Experten fordern entschlossenes Handeln

Klimawissenschaftler und die WMO fordern daher drastische Emissionsreduktionen, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht zu verfehlen. Der derzeitige Anstieg überschreitet diesen Wert zwar bereits, doch entscheidend sei der langfristige Durchschnitt über mindestens zehn Jahre.

Die WMO mahnt, dass die kommenden Jahre entscheidend sind, um eine unkontrollierbare Erderwärmung zu verhindern. Ohne tiefgreifende Veränderungen in Energieerzeugung, Verkehr und Industrie drohe der Erde ein sich selbst verstärkender Klimakreislauf – mit Folgen für Wetterextreme, Meeresströmungen, Landwirtschaft und Lebensräume weltweit.

„Wir bewegen uns immer schneller in eine Richtung, in der natürliche Prozesse den Klimawandel nicht mehr bremsen, sondern beschleunigen“, so der Bericht.

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