Ein ganzer Wohntraum steht still – wegen eines Ameisenhaufens. In Berlin-Zehlendorf sollten eigentlich 2.500 Wohnungen, mehrere Kitas und ein Sportplatz entstehen. Doch ein unerwarteter Gegner hat das ambitionierte Bauprojekt vorerst lahmgelegt: die kahlrückige Waldameise.
Kleiner Hügel, große Wirkung
Die Art steht unter strengem Naturschutz. Ihr Nest darf weder zerstört noch umgesetzt werden – selbst wenn es einem Projekt dieser Größenordnung im Weg steht. Genau das ist jetzt passiert: Der Ameisenhaufen befindet sich mitten im geplanten Baugebiet und blockiert damit sämtliche vorbereitenden Maßnahmen.
Ein Sprecher der zuständigen Behörde erklärte, man sei rechtlich verpflichtet, die Ansiedlung der geschützten Art zu erhalten. Eine Umsetzung sei nur in Ausnahmefällen möglich – und diese seien hier nicht gegeben.
Baustopp trotz Wohnungsnot
Für viele Berlinerinnen und Berliner ist die Meldung ein Symbol für die Konflikte zwischen Naturschutz und Wohnungsbau. In einer Stadt, die unter angespanntem Wohnungsmarkt leidet, wirkt ein solcher Stillstand für viele wie ein Schildbürgerstreich – auch wenn er auf gesetzlicher Grundlage beruht.
Wie geht es weiter?
Aktuell prüfen Stadtverwaltung und Naturschutzbehörden Alternativen. Eine mögliche Verlegung des Nestes unter wissenschaftlicher Begleitung wird diskutiert, ist aber kompliziert und langwierig. Bis dahin bleibt das Areal unantastbar – und die Baugeräte stehen still.
Das Projekt zeigt einmal mehr, wie komplex der Weg zu neuem Wohnraum in Deutschland sein kann – wenn Mensch, Natur und Gesetz aufeinandertreffen. Ein Ameisenhügel – klein in der Fläche, groß in seiner Wirkung.