Beamte erhalten in Deutschland nachweislich bessere Konditionen bei Bankkrediten als Angestellte. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox hervor, über die die Funke-Mediengruppe berichtet.
Deutlich niedrigere Zinskosten
Demnach zahlten Staatsbedienstete in den vergangenen zwölf Monaten im Durchschnitt 14 Prozent weniger Zinskosten für Ratenkredite als vergleichbare Angestellte. Banken honorieren damit die im Vergleich höhere Einkommenssicherheit und Unkündbarkeit von Beamten.
Höhere Chance auf Kreditzusage
Auch die Wahrscheinlichkeit, überhaupt ein Kreditangebot zu erhalten, ist bei Beamten deutlich höher: In rund 80 Prozent der Fälle erhielten sie eine Zusage, während Angestellte nur in 52 Prozent der Fälle erfolgreich waren.
Grund für die Bevorzugung
Für Banken gelten Beamte als besonders zahlungsstabile und risikoarme Kunden. Ihre gesicherte Stellung im öffentlichen Dienst und das lebenslange Einkommen verringern für Kreditgeber das Ausfallrisiko erheblich. Entsprechend spiegeln sich diese Vorteile in den Kreditkonditionen wider.
Kritik möglich
Verbraucherschützer verweisen seit Jahren auf eine ungleiche Behandlung am Kreditmarkt. Während Beamte von günstigen Konditionen profitieren, zahlen Angestellte und insbesondere Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen deutlich höhere Zinsen oder haben oft Schwierigkeiten, überhaupt ein Darlehen zu bekommen.
Ausblick
Die Ergebnisse verdeutlichen die ungleiche Risikobewertung im Kreditwesen. Ob diese Unterschiede künftig politisch oder regulatorisch aufgegriffen werden, ist offen. Für viele Kreditnehmer dürfte sich aber die zentrale Frage stellen: Wie fair ist es, wenn die berufliche Stellung den Zugang zu günstigen Finanzierungen derart bestimmt?