Ein tragisches Unglück überschattet den Urlaub am Comer See: Ein deutscher Tourist wird seit Sonntag in der Nähe von Dorio, einer kleinen Gemeinde am Ostufer des norditalienischen Sees, vermisst. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa sprang der Mann ins Wasser, um seine beiden Kinder zu retten – und kehrte nicht zurück.
Der Unfallhergang
Der Familienvater befand sich mit seinen Kindern auf einem Boot, als diese plötzlich ins Wasser stürzten. Warum sie über Bord gingen, ist bislang unklar. Zeugen berichten, der Mann sei sofort hinterhergesprungen, um seine Kinder vor dem Ertrinken zu bewahren. Während die beiden Kinder offenbar gerettet werden konnten, verlor sich die Spur des Vaters kurz darauf. Einsatzkräfte gehen davon aus, dass er von einer starken Strömung unter die Wasseroberfläche gezogen wurde.
Rettungseinsatz am See
Die Feuerwehr bestätigte einen laufenden Einsatz. Mehrere Rettungsboote, Tauchergruppen sowie die Küstenwache sind beteiligt. Auch Hubschrauber der Luftrettung wurden eingesetzt, um das Wasser aus der Luft abzusuchen. Moderne Sonargeräte sollen helfen, mögliche Spuren unter der Wasseroberfläche zu orten. Taucher sind mit erschwerten Bedingungen konfrontiert: Der Comer See ist sehr tief – stellenweise über 400 Meter – und die Sicht unter Wasser ist oft stark eingeschränkt.
Schwierige Bedingungen für Rettungskräfte
Besonders problematisch sind die plötzlichen Strömungen und Temperaturunterschiede im Comer See. Selbst geübte Schwimmer können hier schnell in Not geraten. Die Einsatzkräfte arbeiten deshalb unter hohem Zeitdruck, da die Überlebenschancen im kalten Wasser mit jeder Stunde sinken.
Emotionale Lage der Familie
Zur Identität des Mannes machten die Behörden bislang keine Angaben. Italienische Medien berichten jedoch, dass sich die Familie aus Deutschland im Urlaub befand. Psychologische Notfallhelfer kümmern sich nach Angaben der Einsatzkräfte um die Angehörigen.
Unfallserie im Comer See
Das Unglück reiht sich in eine Serie von Bade- und Bootsunfällen am Comer See ein. Immer wieder geraten Urlauber in Schwierigkeiten, weil sie die Gefahren des Sees unterschätzen. Neben plötzlichen Stürmen und Strömungen erschweren auch die Tiefe und die felsigen Uferbereiche Rettungseinsätze erheblich.
Ausblick
Die Suchaktion soll fortgesetzt werden, bis neue Erkenntnisse vorliegen. Ob der Mann noch lebend gefunden werden kann, ist ungewiss – dennoch setzen die Rettungskräfte alles daran, die Familie nicht ohne Gewissheit zurückzulassen.