Für viele Eltern in Deutschland ist die Mediennutzung ihrer Kinder inzwischen ein deutlich größeres Thema als klassische Schulsorgen. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Körber-Stiftung, für die Eltern von Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren befragt wurden.
Mediennutzung im Mittelpunkt der Sorgen
Die Ergebnisse sind eindeutig: Jede zweite Familie bezeichnet den Medienkonsum der eigenen Kinder als eine der größten Sorgen. Gemeint sind hier vor allem die intensive Nutzung von Smartphones, sozialen Netzwerken, Streamingdiensten und Computerspielen. Viele Eltern befürchten, dass dadurch nicht nur die schulischen Leistungen leiden, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit, die körperliche Aktivität und das Sozialverhalten ihrer Kinder eingeschränkt werden könnten.
Im Vergleich dazu spielen klassische Schulthemen wie mangelnde Motivation und schlechte Noten zwar weiterhin eine Rolle, sie rangieren jedoch mit deutlichem Abstand hinter den digitalen Sorgen.
Belastung der Eltern durch äußere Faktoren
Die Studie macht zudem deutlich, dass die Sorgen um den Medienkonsum der Kinder nicht isoliert betrachtet werden können. 79 Prozent der befragten Eltern gaben an, sich insgesamt im Alltag belastet oder überfordert zu fühlen. Gründe dafür sind vor allem:
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die angespannte weltpolitische Lage, die viele Menschen verunsichert,
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fehlende Zeit für sich selbst,
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sowie der Mangel an Möglichkeiten, eigene Hobbys oder Interessen auszuüben.
Damit geraten viele Eltern in ein Spannungsfeld: Einerseits wollen sie ihre Kinder gut begleiten, andererseits fühlen sie sich selbst stark unter Druck gesetzt.
Medienkompetenz als Schlüsselthema
Die Ergebnisse der Befragung bestätigen, was Fachleute seit Jahren beobachten: Eltern sehen sich oft nicht ausreichend vorbereitet, ihre Kinder im Umgang mit digitalen Medien zu begleiten. Während Schulen zunehmend den Auftrag erhalten, Medienkompetenz zu vermitteln, fehlt es vielerorts an konkreten Konzepten und Ressourcen.
Die Körber-Stiftung weist darauf hin, dass Mediennutzung kein rein privates Thema mehr sei, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die Familien, Schulen, Politik und auch die Tech-Industrie gemeinsam angehen müssten.
Ein Balanceakt für Familien
Der Alltag in vielen Familien zeigt, dass es nicht einfach ist, klare Regeln für Medienzeiten aufzustellen und durchzusetzen. Während Jugendliche digitale Medien selbstverständlich als Kommunikations- und Freizeitmittel nutzen, sehen Eltern oft die Gefahr von Abhängigkeit, Cybermobbing oder Desinformation. Gleichzeitig möchten sie ihren Kindern aber auch Freiräume geben, um digitale Fähigkeiten zu entwickeln, die in Studium und Beruf unverzichtbar sein werden.
Fazit
Die Umfrage verdeutlicht, dass Sorgen um den Medienkonsum für Eltern heute noch vor den klassischen Schulthemen stehen. Gleichzeitig fühlen sich viele Mütter und Väter selbst durch äußere Umstände stark belastet. Die Studie ist daher auch ein Appell: Familien brauchen Unterstützung – bei der Vermittlung von Medienkompetenz, bei der Entlastung im Alltag und durch klare politische Rahmenbedingungen.