Die Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo will offenbar einen deutlichen Sparkurs einschlagen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sollen gleich mehrere Werkstätten geschlossen werden. Betroffen sind demnach zehn der insgesamt 15 Außenstellen des Unternehmens.
Konkrete Standorte
Unter anderem soll der Standort Magdeburg komplett wegfallen. In Halle (Saale) soll künftig nur noch die Instandhaltung von Lokomotiven erfolgen; die Wagen-Instandhaltung wird eingestellt. Auch weitere kleinere Standorte in Deutschland stehen laut Bericht vor dem Aus.
Folgen für die Beschäftigten
Bundesweit sind rund 170 Arbeitsplätze von den geplanten Maßnahmen betroffen. Für die betroffenen Beschäftigten kündigte DB Cargo an, sozialverträgliche Lösungen zu prüfen. Ob es dabei zu Versetzungen innerhalb des Konzerns oder zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, blieb zunächst offen.
Strategie des Vorstands
Der Vorstand von DB Cargo erhofft sich von den Schließungen mehr Effizienz und eine stärkere Spezialisierung. Künftig sollen die verbleibenden Werkstätten mit spezialisierten Teams arbeiten, um Auslastung und Produktivität zu erhöhen. Ziel sei es, die Kosten im Werkstattbereich zu senken und gleichzeitig die Qualität der Instandhaltung sicherzustellen.
Hintergründe
DB Cargo steckt seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Sinkende Transportmengen, hohe Kosten und starker Wettbewerb – insbesondere durch die Lkw-Branche – belasten das Unternehmen. Zuletzt hatte der Konzern eine umfassende Restrukturierung angekündigt, die auch einen Stellenabbau vorsieht.
Kritik erwartet
Von Gewerkschaften und Betriebsräten wird Widerstand gegen die Pläne erwartet. Schon in der Vergangenheit hatten Arbeitnehmervertreter davor gewarnt, dass ein weiterer Personalabbau die Leistungsfähigkeit von DB Cargo gefährden könnte. Sie fordern stattdessen Investitionen in Infrastruktur und mehr Unterstützung durch die Politik, um den Schienengüterverkehr in Deutschland zu stärken.