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Haselnuss-Ernte eingebrochen – Preisschock für Nutella & Co.

PhotoEnduro (CC0), Pixabay

Die Türkei ist der mit Abstand wichtigste Produzent von Haselnüssen weltweit. Rund 70 Prozent der globalen Haselnussernte stammen aus dem Land am Schwarzen Meer. Doch in diesem Jahr trifft die Region ein schwerer Rückschlag: Spätfrost und Schädlinge haben den Sträuchern massiv zugesetzt. Die Folge: Ernteausfälle und steigende Preise – auch für beliebte Produkte wie Nuss-Nougat-Creme.

Frost vernichtet Blüten und Früchte

Vor allem im April litten die Haselnusspflanzen rund um die Stadt Ordu, dem Zentrum des türkischen Haselnussanbaus. Die Bauern berichten, dass ganze Sträucher keine Früchte tragen. „Mehr als die Hälfte meiner Ernte ist verloren“, erklärt Landwirt Zekayi Sağra. In höher gelegenen Regionen sei der Schaden noch dramatischer – dort habe der Frost viele Pflanzen dauerhaft geschädigt.

Ernteausfälle von bis zu 40 Prozent erwartet

Nach Einschätzung von Experten wird die Ernte in diesem Jahr um bis zu 40 Prozent geringer ausfallen. Ursache sei nicht nur ein einzelnes Extremereignis, sondern der Klimawandel. „Die Pflanzen blühen durch steigende Temperaturen immer früher und sind dadurch anfälliger für Frost“, erklärt Klimaforscher Mehmet Levent Kurnaz von der Istanbuler Boğaziçi-Universität.

Schädlingsplage verschärft Situation

Zusätzlich bedroht ein aus Südostasien eingeschleppter Käfer die Plantagen. Er frisst sich durch die Schalen der Nüsse und sorgt dafür, dass ein wachsender Anteil der Ernte ungenießbar wird. Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und milden Wintern beschleunigt die Ausbreitung des Schädlings.

Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher

Die schlechte Ernte hat nicht nur für die Bauern gravierende Folgen. Schon jetzt rechnen Händler mit einem Preisanstieg von mindestens 30 Prozent. Da die meisten internationalen Hersteller – etwa für Schokolade oder Nuss-Nougat-Cremes – stark auf türkische Haselnüsse angewiesen sind, werden die höheren Kosten direkt an die Konsumenten weitergegeben.

Fachleute sprechen inzwischen von „Climateflation“: Lebensmittelpreise steigen nicht nur wegen Inflation oder gestiegener Energiepreise, sondern auch durch die Folgen des Klimawandels.

Blick in die Zukunft

Für die Bauern am Schwarzen Meer ist die Lage besorgniserregend. Sie fürchten, dass Frostschäden und Schädlingsbefall keine Ausnahme mehr bleiben, sondern zur Regel werden. Manche überlegen, ob langfristig sogar neue Anbaugebiete in anderen Regionen nötig sein könnten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Die Haselnuss – und damit auch viele Produkte im Supermarktregal – könnte dauerhaft teurer werden.

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