In der Nacht auf Freitag verwandelte sich der Wiener Gürtel in eine riskante Rennstrecke: Im Zuge einer gezielten Schwerpunktaktion gegen Raser stoppte die Polizei gleich mehrere Junglenkerinnen und Junglenker, die sich offenbar mehr auf das Gaspedal als auf Verkehrsregeln konzentrierten – mit teils haarsträubenden Begründungen.
Besonders im Fokus: eine 19-jährige Frau, die am Mariahilfer Gürtel mit 93 km/h in eine Radarkontrolle raste – erlaubt wären hier lediglich 50 km/h. Auf ihre rücksichtlose Fahrt angesprochen, erklärte sie gegenüber den Beamtinnen und Beamten, sie habe Gas- und Bremspedal verwechselt. Ein gefährlicher Irrtum, der auch für sie selbst böse hätte enden können.
Doch sie war nicht die Einzige: Kurz darauf wurden eine 20-jährige Lenkerin und ein 25-jähriger Mann gestoppt, die sich laut Polizeiangaben offenbar ein nächtliches Wettrennen lieferten. Sie wurden mit 95 bzw. 114 km/h gemessen – ebenfalls weit über dem erlaubten Limit. Während die junge Frau sich einsichtig zeigte, versuchte der 25-Jährige sein Verhalten zu erklären: Er habe seinen Leihwagen schnell zurückbringen wollen, um zusätzliche Gebühren zu vermeiden. Ein riskanter Plan mit teurem Nachspiel.
Alle drei Lenkerinnen und Lenker verfügten lediglich über einen Probeführerschein – dieser wurde ihnen umgehend abgenommen, zudem wurden sie angezeigt.
Auch auf der Triester Straße hatten Raser wenig Glück mit dem Radar: Dort wurden drei weitere Fahrer mit 111, 116 und 121 km/h erwischt – bei erlaubten 50 km/h. Auch ihnen droht nun der Führerscheinentzug.
Die Wiener Polizei zeigt sich alarmiert über die hohe Zahl junger Raser: „Wer mit über 90 km/h durch die Stadt fährt und das mit einem Pedal-Irrtum begründet, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch völlig unbeteiligte Menschen“, erklärte Polizeisprecher Markus Dittrich.
Die Kontrollen sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden – denn das Ziel ist klar: Verkehrssicherheit darf kein Glücksspiel sein.