Der Tourismus in Deutschland boomt – und das trotz rückläufiger Nachfrage aus dem Ausland. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes haben Hotels und größere Beherbergungsbetriebe im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 223,3 Millionen Übernachtungen gezählt. Damit wurde der bisherige Rekordwert aus dem ersten Halbjahr 2024 um 0,1 Prozent übertroffen – ein historischer Bestwert.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Juni: Im Vergleich zum Vorjahr kamen 12,7 Prozent weniger internationale Gäste nach Deutschland. Der Grund dafür liegt jedoch weniger in einer grundsätzlichen Trendwende, sondern in einem einmaligen Sondereffekt: Die Fußball-Europameisterschaft 2024 hatte im gleichen Monat für einen außergewöhnlichen Besucheransturm gesorgt, der in diesem Jahr naturgemäß ausblieb.
Dennoch konnte die Branche die Einbußen mehr als kompensieren – und zwar durch einen starken Zuwachs bei Inlandsreisen. Die Übernachtungen deutscher Gäste stiegen im Juni um 7,4 Prozent, wodurch die Rückgänge aus dem Ausland übertroffen wurden. Dieser Trend zu Urlauben im eigenen Land hat sich bereits in den vergangenen Jahren gefestigt.
Tourismusverbände und Hoteliers sehen darin ein positives Signal: Neben den klassischen Sommerurlaubsregionen wie Nord- und Ostseeküste profitieren auch Mittelgebirge, Alpenregionen und Großstädte von einer anhaltend hohen Nachfrage. Besonders beliebt sind Kurztrips, Wochenendreisen und kombinierte Geschäfts- und Freizeitreisen.
Viele Unterkünfte berichten bereits jetzt von einer hohen Buchungslage für die kommenden Monate. Experten erwarten, dass Deutschland – trotz internationaler Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheiten – auch im Gesamtjahr 2025 eine stabile bis steigende touristische Nachfrage erleben wird. Der Binnenmarkt bleibt damit das wichtigste Standbein der Branche.