Der Hamburger Nachhaltigkeitsfonds – Best in Progress verfolgt einen ESG-orientierten, aktiven Anlagestil mit dem Ziel, mittel- bis langfristigen Kapitalzuwachs durch Investitionen in Unternehmen mit positiver Nachhaltigkeitsentwicklung zu erzielen. Die Strategie zielt nicht auf Unternehmen mit bereits höchsten ESG-Ratings ab, sondern auf solche, die sich in einem klaren Transformationsprozess befinden.
1. Wertentwicklung und Performance
Negatives Jahresergebnis: Die Anteilklasse P verzeichnete eine Jahresperformance von -3,2 %, die Klassen I und V jeweils -3,0 % bzw. -2,7 %.
Langfristiger Ausblick positiver: Über 5 Jahre zeigen sich jedoch durchschnittlich 7,0–7,5 % p.a., was das langfristige Potenzial andeutet.
Rückschläge durch Märkte und Einzelwerte: Kursverluste bei Titeln wie Kion, Amplifon oder Soitec belasteten die Jahresbilanz merklich, während nur vereinzelte Neuzugänge (z.B. Roche, Elis) zur positiven Entwicklung beitrugen.
2. Nachhaltigkeitsstrategie & Risikomanagement
Der Fonds bekennt sich klar zu ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) und schließt kontroverse Sektoren und Staaten aus.
Die Strategie ist auf Fortschritt statt Status quo fokussiert – das birgt zwar Chancen, aber auch höhere Volatilität.
Operationelle und Liquiditätsrisiken wurden als unbedeutend eingestuft, während Fremdwährungsrisiken (u.a. CHF, DKK, SEK) bestehen.
3. Portfoliostruktur und Regionen
Geografischer Schwerpunkt: Deutschland (20,5 %), gefolgt von Frankreich, den Niederlanden, Italien und der Schweiz.
Investitionsgrad: Zum Stichtag lag dieser bei 95,6 %, was auf eine weitgehende Investitionsquote hinweist.
Diversifikation vorhanden, jedoch ist eine erhöhte Abhängigkeit von europäischen Titeln und dem Euroraum zu erkennen (73,7 % der Titel in EUR notiert).
4. Kostenstruktur und Anteilklassen
Drei Anteilklassen (P, I, V) mit unterschiedlichen Konditionen:
Klasse P: Hoher Ausgabeaufschlag (4 %) und Verwaltungsvergütung (1,15 % p.a.).
Klasse V: Günstiger mit 0,67 % Verwaltungsvergütung und keiner Ausschüttung.
Gesamtkostenquote: 1,27 % (P), 1,04 % (I), 0,79 % (V) – relativ fair, aber nicht günstig.
5. Fondsvolumen und Mittelbewegungen
Stark rückläufiges Fondsvermögen: Klasse P schrumpfte von 12,5 Mio. € auf 9,7 Mio. € (ca. -22 %), auch bei den anderen Klassen deutliche Abflüsse.
Dies signalisiert eine sinkende Anlegernachfrage, möglicherweise wegen enttäuschender Performance und Marktverunsicherungen.
6. Ausblick & Umbenennung
Ab Mai 2025 Umbenennung in „Hamburger ESG-Fonds – Best in Progress“, was die ESG-Ausrichtung klarer kommuniziert.
Trotz ESG-Fokus keine Garantie für Performance: Anleger müssen weiterhin mit Volatilität rechnen und sollten langfristig orientiert sein.
Fazit:
Für ESG-orientierte Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont und einer gewissen Risikobereitschaft kann der Fonds trotz des schwachen Jahres eine interessante Option bleiben – insbesondere wegen seiner gezielten Nachhaltigkeitsstrategie. Wer jedoch auf kurzfristige Renditen oder geringe Schwankungen setzt, wird mit dem „Best in Progress“-Ansatz womöglich enttäuscht.
Empfehlung: Beobachten – der Fonds bleibt spannend, muss aber mittelfristig wieder überzeugendere Ergebnisse liefern, um sich zu behaupten.