Schwerer Polizeieinsatz in einem Wohnviertel von Gießen: Ein 50-jähriger Mann hat vom Fenster seiner Wohnung aus mit einer Pistole gezielt und dabei ausländerfeindliche Parolen gerufen. Die Polizei rückte mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) an und nahm den Mann fest.
Ein Polizeisprecher bestätigte, dass die Beamten in der Wohnung des Verdächtigen mehrere Schusswaffen und größere Mengen Munition sicherstellten. Der Mann sei polizeibekannt, mehrere der Waffen seien legal auf ihn registriert.
Trotz der bedrohlichen Lage befindet sich der 50-Jährige inzwischen wieder auf freiem Fuß. Es habe laut Staatsanwaltschaft keine ausreichenden Haftgründe gegeben, so die Polizei. Die Ermittlungen wegen Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und möglicher politisch motivierter Straftaten laufen jedoch weiter.
Der Vorfall sorgt vor Ort für Verunsicherung – nicht zuletzt wegen der offen zur Schau gestellten Fremdenfeindlichkeit. Ob dem Mann in Zukunft der Besitz seiner registrierten Waffen entzogen wird, ist nun Sache der zuständigen Waffenbehörde.
Die Polizei kündigte an, den Fall mit Nachdruck zu verfolgen. Der Einsatz zeigt erneut, wie gefährlich sich das Zusammenspiel von Extremismus und legalem Waffenbesitz entwickeln kann – und wie wachsam Behörden in solchen Fällen sein müssen.