Die Temperaturen in Osaka steigen im Sommer regelmäßig auf bis zu 40 Grad Celsius – eine große Herausforderung für alle, die unter freiem Himmel arbeiten. Bei der Weltausstellung Expo 2025 setzen die Veranstalter deshalb auf innovative Technik, um ihre Mitarbeitenden vor Überhitzung zu schützen: Solarbetriebene Kühlwesten, die mit extrem leichten und flexiblen Perowskit-Solarzellen ausgestattet sind, sollen die Träger*innen angenehm temperiert halten.
Hightech-Weste mit Solarfolien und Nackenventilator
Die Westen wurden vom Toyota-Konzernunternehmen Toyoda Gosei in Kooperation mit dem Kyotoer Solar-Startup Enecoat Technologies und dem Textilhersteller Seiren entwickelt. Herzstück der Weste sind ultradünne Solarfolien aus Perowskit-Kristallen – ein Material, das als große Hoffnung der nächsten Photovoltaikgeneration gilt. Jede Solarzelle wiegt weniger als vier Gramm – leichter als ein Blatt Papier – und ist flexibel genug, um sich der Kleidung anzupassen.
Die erzeugte Energie wird genutzt, um einen tragbaren Akku zu laden, der wiederum einen Ventilator im Nackenbereich antreibt. So entsteht ein lokaler Luftstrom, der die Körpertemperatur der Träger senken und Hitzestress deutlich reduzieren kann. Eine willkommene Erleichterung angesichts der oft drückenden Hitze in Japans Sommermonaten.
Perowskit: Der Gamechanger der Solartechnologie?
Im Unterschied zu herkömmlichen Solarmodulen aus Silizium, wie man sie von Dächern und Solarparks kennt, bieten Perowskit-Zellen gleich mehrere Vorteile: Sie sind leichter, kostengünstiger in der Herstellung und leistungsfähiger bei diffusen Lichtverhältnissen. „Die Zellen funktionieren sogar im Schatten oder bei Regenwetter“, betont Shinichiro Fuki, Direktor des Entwicklungsteams bei Toyoda Gosei.
Zudem lassen sich Perowskit-Zellen auf verschiedenste Trägermaterialien aufbringen – von Kleidung über Fenster bis hin zu mobilen Geräten. Für die Kühlweste bedeutet das: kompakte Stromversorgung ohne sperrige Akkus oder Kabel, ganz allein durch Sonnenlicht.
Nachhaltigkeit trifft Alltagstauglichkeit
Das Projekt demonstriert, wie sich Technologie und Nachhaltigkeit im Alltag vereinen lassen. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel und die Zunahme von Hitzewellen könnten solche Anwendungen künftig auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen – etwa bei Outdoor-Arbeitern, in der Landwirtschaft oder im Katastrophenschutz.
Die solarbetriebene Weste ist somit nicht nur ein praktisches Accessoire für die Expo-Mitarbeitenden, sondern auch ein Pilotprojekt mit wegweisendem Charakter. Perowskit-Solarzellen gelten seit Jahren als Hoffnungsträger in der Energieforschung – jetzt zeigen sie, dass sie bereit für den Alltagseinsatz sind.