Die größte australische Fluggesellschaft Qantas ist Ziel eines groß angelegten Cyberangriffs geworden. Nach Angaben des Unternehmens verschafften sich bislang unbekannte Hacker Zugriff auf sensible Kundendaten von bis zu sechs Millionen Vielfliegern. Betroffen seien persönliche Informationen wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten sowie Vielfliegernummern.
Laut Qantas fand der Angriff nicht direkt auf ihre eigenen Systeme statt, sondern auf eine Plattform eines Drittanbieters, die in das Kundenbindungsprogramm integriert war. Das betroffene System sei mittlerweile unter Kontrolle, heißt es vonseiten der Airline.
Keine Finanz- oder Reisedokumente betroffen
Das Unternehmen versicherte, dass keine Kreditkarteninformationen, Bankdaten oder Reisepassnummern über die betroffene Plattform gespeichert worden seien. Auch sei nach aktuellem Kenntnisstand kein Missbrauch der entwendeten Daten festgestellt worden. Dennoch rät Qantas betroffenen Kundinnen und Kunden, besonders vorsichtig bei verdächtigen E-Mails oder Nachrichten zu sein und ihre Kontobewegungen regelmäßig zu überprüfen.
Reaktion auf den Vorfall
Qantas hat eigenen Angaben zufolge umgehend interne Sicherheitsteams sowie externe IT-Forensiker eingeschaltet und arbeitet eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Das Unternehmen kündigte zudem an, betroffene Kunden direkt zu informieren und ihre Vielfliegerkonten besonders zu überwachen.
Datenschutz und Sicherheit unter Druck
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitsrisiken, die mit der Auslagerung von IT-Dienstleistungen an Drittanbieter verbunden sind. Gerade große Konzerne wie Fluggesellschaften, die über Millionen von Kundendaten verfügen, stehen zunehmend im Fokus von Cyberkriminellen. Der Fall Qantas zeigt, dass auch gut etablierte Sicherheitsstrukturen nicht vor Angriffen gefeit sind – insbesondere dann nicht, wenn Schwachstellen in externen Plattformen ausgenutzt werden.
Sicherheitsexperten fordern angesichts solcher Vorfälle erneut strengere Vorgaben für IT-Dienstleister und bessere Transparenz gegenüber den Verbrauchern. Auch Qantas selbst kündigte an, die Zusammenarbeit mit externen Plattformen auf den Prüfstand zu stellen und die Sicherheitsstandards künftig weiter zu erhöhen.