Die einstige Villa des legendären Modedesigners Karl Lagerfeld ist im Juni bei einer Auktion in Frankreich für 4,685 Millionen Euro verkauft worden. Das Anwesen befindet sich im Vorort Louveciennes, rund 20 Kilometer westlich von Paris, und galt als eine der stilvollsten, aber auch geheimnisvollsten Residenzen des verstorbenen Chanel-Chefdesigners.
Ein Haus mit Geschichte und Charakter
Die Immobilie ist ein ehemaliges Jagdschlösschen aus dem 18. Jahrhundert, das über ca. 600 Quadratmeter Wohnfläche verfügt. Zur Villa gehören mehrere Nebengebäude, ein gepflegter Landschaftspark, ein großer Pool, ein Tennisplatz sowie eine Vielzahl aufwendig gestalteter Innenräume. Die Bausubstanz wurde bei der Renovierung erhalten und mit modernen Elementen ergänzt, sodass eine harmonische Verbindung zwischen klassischer Architektur und zeitgemäßer Ausstattung entstand.
Karl Lagerfeld hatte das Anwesen 2014 gekauft und es anschließend über einen Zeitraum von vier Jahren umfassend und aufwändig renovieren lassen. Die Umgestaltung erfolgte nach seinen genauen Vorstellungen – jedes Detail, von der Wandfarbe bis zu den Leuchtern, wurde von ihm persönlich ausgesucht oder entworfen. Die Einrichtung sollte den Geist des Hauses unterstreichen und gleichzeitig Lagerfelds eigenen Stil – zwischen Barock, Minimalismus und Zeitgeist – reflektieren.
Ein Wohnsitz, der kaum bewohnt wurde
Trotz des hohen Aufwands: Lagerfeld verbrachte laut Medienberichten nur eine einzige Nacht in dem Anwesen. Der Modedesigner war bekannt dafür, regelmäßig zwischen verschiedenen Wohnsitzen – darunter auch in Paris, Monte Carlo, Rom und Hamburg – zu wechseln. Seine Hauptresidenz blieb bis zuletzt eine Pariser Wohnung an der Seine.
Warum er in Louveciennes nie dauerhaft einzog, ist nicht genau bekannt. Manche spekulieren, dass er das Anwesen eher als architektonisches Kunstwerk betrachtete denn als Ort zum Leben. Andere vermuten, dass Lagerfelds geschäftiges Leben einfach keinen Platz für ein Refugium im Grünen ließ.
Auktion zieht internationales Interesse auf sich
Der Verkauf der Immobilie wurde von einem auf exklusive Objekte spezialisierten Auktionshaus abgewickelt. Der Käufer ist bislang nicht öffentlich bekannt, doch laut französischen Medienberichten soll es sich um einen Privatinvestor handeln. Das hohe Kaufinteresse an der Immobilie dürfte nicht nur auf die Lage und Ausstattung, sondern vor allem auf die prominente Geschichte der Villa zurückzuführen sein.
Ein Stück Modegeschichte mit neuem Kapitel
Mit dem Verkauf endet ein besonderes Kapitel im Nachlass des 2019 verstorbenen Karl Lagerfeld. Das Anwesen steht sinnbildlich für die ästhetische Strenge, den unkonventionellen Geschmack und den unverwechselbaren Stil des Designers. Es ist zu erwarten, dass die Villa auch unter neuer Hand ein exklusives, aber diskretes Prestigeobjekt bleibt.
Fazit:
Die Villa in Louveciennes ist weit mehr als ein luxuriöses Anwesen – sie ist Ausdruck eines ganz besonderen Lebensgefühls. Mit dem Verkauf für fast 4,7 Millionen Euro geht eines der persönlichsten, aber gleichzeitig am wenigsten bewohnten Projekte Lagerfelds in neue Hände über. Ob sie künftig bewohnt, als Repräsentanz genutzt oder einfach als stille Hommage an einen der größten Modeschöpfer unserer Zeit erhalten bleibt, wird die Zukunft zeigen.