Am 25. Juni 2025 wurde der 79-jährige Richard Gerald Jordan, Mississippis ältester Todestraktinsasse, durch tödliche Injektion hingerichtet. Die Vollstreckung erfolgte fast fünf Jahrzehnte nach dem Mord an der zweifachen Mutter Edwina Marter, die Jordan 1976 entführt und ermordet hatte, um Lösegeld zu erpressen.
Jordan war der 25. Hingerichtete in den USA in diesem Jahr – damit wurde bereits jetzt die Gesamtzahl von 2024 erreicht.
Der Fall: Entführung und Mord im Januar 1976
-
Jordan entführte Edwina Marter, 35, aus ihrem Zuhause in Mississippi City, während ihr dreijähriger Sohn schlief.
-
Er brachte sie rund 55 Kilometer weit in den DeSoto National Forest und erschoss sie mit einem Kopfschuss, während sie kniete.
-
Später forderte er von ihrem Ehemann, einem Banker, 25.000 Dollar Lösegeld, obwohl Edwina bereits tot war.
-
Jordan wurde kurze Zeit später festgenommen.
Letzte Worte und letzte Mahlzeit
-
In der Hinrichtungskammer sagte Jordan:
„Ich bitte um Vergebung. Nicht darum, dass man vergisst – nur um Vergebung.“
Er verabschiedete sich mit „Ich liebe euch. Wir sehen uns auf der anderen Seite.“ -
Seine letzte Mahlzeit bestand aus: Chicken Tenders, Pommes, Erdbeereis und einem Root-Beer-Float.
Debatte um PTBS und Militärdienst
-
Jordan kämpfte in drei Kampftouren in Vietnam als Helikopter-Schütze.
-
Laut Gnadengesuch habe ihn der Krieg psychisch schwer belastet: Hypervigilanz, emotionale Abstumpfung, Schuldgefühle wegen Zivilisten, die er unbeabsichtigt tötete.
-
Diese Informationen wurden niemals vor Geschworenen präsentiert – möglicherweise hätte das seine Strafe beeinflusst.
-
Die Staatsanwaltschaft bezeichnete ihn hingegen als kaltblütigen Erpresser und Mörder.
Ein Fall mit vielen Wendungen
-
Jordan wurde insgesamt viermal zum Tode verurteilt – jedes Mal wurden die Urteile aus verfahrenstechnischen Gründen aufgehoben.
-
Ein Deal über eine lebenslange Haftstrafe wurde später vom Obersten Gerichtshof Mississippis annulliert.
-
Die letzte Todesstrafe wurde 1998 verhängt.
Reaktionen der Familie des Opfers
-
Eric Marter, Edwinas Sohn, bezeichnete Jordans Verteidigung als Ausrede:
„Das war alles gut durchgeplant. Ich kaufe ihm diese angebliche psychische Störung nicht ab.“
-
Er kritisierte die jahrelangen Verzögerungen und betonte:
„Es hat viel zu lange gedauert.“