Am 25. Juni trat erstmals die neu besetzte US-Impfkommission (ACIP) zusammen – auf Initiative des Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr., der kurz zuvor alle 17 bisherigen Mitglieder entlassen hatte. Die Entscheidung, besonders in Hinblick auf Kinderimpfungen einen neuen Kurs einzuschlagen, sorgt für Aufsehen und scharfe Kritik aus Fachkreisen.
Fokus: Überprüfung des Impfkalenders für Kinder
Der neue Vorsitzende Martin Kulldorff kündigte an, dass die Kommission die Gesamtheit der Impfungen für Kinder und Jugendliche überprüfen werde:
„Unsere Kinder erhalten heute deutlich mehr Impfungen als in vielen anderen Industrieländern – und auch mehr als wir selbst als Kinder.“
Neben einer generellen Analyse der empfohlenen Impfstoffe sollen Sonderarbeitsgruppen sich gezielt mit MMR (Masern, Mumps, Röteln) und Hepatitis B befassen.
Experten schlagen Alarm: Gefahr für Vertrauen in Impfungen
Gesundheitsexperten warnen, dass die neue Zusammensetzung der Kommission – darunter mehrere Impfkritiker – das Vertrauen in bewährte Impfstoffe gefährden könnte.
„Zweifel an Kinderimpfungen zu schüren, obwohl sie Millionen Leben gerettet haben, ist gefährlich und kostet Leben“, sagte Dr. Gretchen LaSalle von der American Academy of Family Physicians.
Kritik an methodischem Vorgehen zu COVID-19-Impfstoffen
Die Kommission äußerte gleich zu Beginn Zweifel an der Sicherheit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe, insbesondere im Hinblick auf Studiendesign und Datenerhebung. Experten wie Dr. Pamela Rockwell von der Universität Michigan verteidigten die zugrunde liegende Forschung als medizinischen Standard.
Eine Entscheidung zu den Corona-Impfempfehlungen für den Herbst wurde verschoben, ebenso wie ein geplanter Beschluss über den neuen RSV-Impfstoff (Respiratorisches Synzytial-Virus).
Heftige öffentliche Debatte – Stimmen aus beiden Lagern
Während viele Ärzte, Pflegekräfte und Eltern während der öffentlichen Kommentierungsphase ihre Sorge über den Kurswechsel äußerten, kritisierten andere Teilnehmer Impfpflichten und fehlende Ausnahmen.
Chrissie Juliano von der Big Cities Health Coalition warnte:
„Routineimpfungen könnten unerschwinglich oder unzugänglich werden, wenn ideologische statt wissenschaftlicher Entscheidungen getroffen werden.“
Kim Mack Rosenberg von der impfkritischen Organisation Children’s Health Defense forderte, der neue Ausschuss müsse „weiteren Schaden verhindern.“
Auch politische Kritik wächst
Senator Bill Cassidy (Republikaner, Louisiana) bezeichnete die Neubesetzung als unausgewogen. Einige Mitglieder hätten zwar akademische Titel, aber wenig Erfahrung in Immunologie, Mikrobiologie oder mit neuen Impfstofftechnologien wie mRNA. Er forderte eine Neuaufstellung des Gremiums nach geltendem Gesetz.
Fazit:
Die von RFK Jr. neu eingesetzte Impfkommission stellt den bisherigen wissenschaftlich gestützten Kurs bei Kinderimpfungen infrage. Während Impfskeptiker applaudieren, befürchten Fachleute eine Schwächung des öffentlichen Vertrauens und mögliche Rückschritte im Gesundheitsschutz von Kindern.