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Politisch motivierter Anschlag in Minnesota: Abgeordnete erschossen – Großfahndung nach Verdächtigem läuft

NoName_13 (CC0), Pixabay

Ein schwerer Anschlag auf Politiker hat die US-Bundesstaat Minnesota erschüttert: Zwei hochrangige Mitglieder der Demokratischen Farmer-Labor-Partei (DFL), der lokalen Schwesterpartei der US-Demokraten, wurden Ziel eines offenbar gezielten und politisch motivierten Angriffs. Dabei kamen die frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses Melissa Hortman und ihr Ehemann ums Leben. Senator John Hoffman und seine Frau wurden schwer verletzt, befinden sich aber außer Lebensgefahr.

Tatverdächtiger auf der Flucht – Polizei warnt: „Bewaffnet und gefährlich“

Der dringend Tatverdächtige, Vance Luther Boelter (57), wird mit Hochdruck gesucht. Boelter hatte sich als Polizist verkleidet – mit einem täuschend echten Polizeiwagen und Uniform – und sich so Zugang zu den Wohnhäusern der Abgeordneten verschafft. Nach Schüssen auf Polizeibeamte floh er zu Fuß. Noch am Samstag war die Polizei mit SWAT-Teams in einem 3-Meilen-Radius auf der Suche, insbesondere im Großraum Minneapolis.

Die Behörden gehen von einem gezielten, politisch motivierten Attentat aus. In Boelters Fahrzeug wurden ein „Manifest“ sowie Listen weiterer möglicher Ziele gefunden. Auf den Rücksitzen lagen Notizen mit der Aufschrift „No Kings“, was auf Verbindungen zu regierungskritischen Protestgruppen hindeutet.

Hintergrund des Täters: Boelter mit bizarrer Vergangenheit

Boelter ist kein Unbekannter in politischen Kreisen Minnesotas: Er wurde 2019 von Gouverneur Tim Walz in ein Beratungsgremium zur Arbeitsmarktentwicklung berufen – ein Gremium mit über 60 ehrenamtlichen Mitgliedern. Auf sozialen Netzwerken gibt er sich als Sicherheitsunternehmer mit Auslandserfahrung in Afrika und dem Nahen Osten aus. Ob diese Angaben stimmen, ist bislang unklar.

Das FBI hat mittlerweile eine Belohnung von bis zu 50.000 US-Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des mutmaßlichen Täters führen.


Ablauf der Tat: Täter täuschte Polizeirolle vor

In den frühen Morgenstunden des 15. Juni (gegen 2 Uhr) erschlich sich der Täter Zutritt zu den Häusern der Abgeordneten. Zuerst wurde auf Senator Hoffman und seine Frau in Champlin geschossen, kurz darauf tötete Boelter die Hortmans in Brooklyn Park. Beim Eintreffen echter Polizeikräfte kam es zu einem Schusswechsel, bevor der Täter flüchtete.

Polizeichef Mark Bruley warnte eindringlich davor, Türen zu öffnen, ohne die Identität von vermeintlichen Beamten telefonisch zu überprüfen. „Einzelne Polizisten, die alleine an der Tür erscheinen, sind in dieser Lage ein Warnsignal“, so Bruley.

Politik reagiert mit Entsetzen

Minnesotas Gouverneur Tim Walz sprach von einem „politisch motivierten Attentat“. Er aktivierte umgehend das Notfallzentrum des Bundesstaates.

„Unsere Demokratie ist stark. Aber dieser Tag ist ein dunkler Tag für Minnesota“, so Walz.

Auch US-Senatorin Amy Klobuchar äußerte sich tief betroffen:

„Melissa war nicht nur eine geschätzte Kollegin, sondern auch eine langjährige Freundin. Ihr Tod ist ein Verlust für uns alle.“


Proteste abgesagt, Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Geplante „No Kings“-Demonstrationen in Minnesota wurden nach Empfehlung der Behörden abgesagt. Der Slogan tauchte mehrfach im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Täter auf. Auch in anderen Teilen der USA war zu Protesten gegen Trump und autoritäre Tendenzen aufgerufen worden.

Bürgermeister Jacob Frey kündigte erhöhte Polizeipräsenz zum Schutz weiterer Mandatsträger an.

„Politische Gewalt ist böse. Wir dürfen sie niemals dulden – und niemand darf sie rechtfertigen“, sagte Frey.

Die Opfer: Zwei engagierte Volksvertreter

  • Melissa Hortman, 54, war seit 2004 Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Minnesota, zuletzt Speaker-Emerita. Sie galt als kompromissbereite, aber prinzipientreue Politikerin.

  • John Hoffman, 60, ist seit 2012 Senator. Er und seine Frau überlebten den Anschlag schwer verletzt, befinden sich aber nach OPs in stabiler Verfassung.

Fazit: Ein Angriff auf die Demokratie

Der Vorfall wird bereits als einer der schwerwiegendsten politisch motivierten Gewalttaten der jüngeren US-Geschichte eingestuft. Die Ermittlungen laufen weiter. Das FBI und die örtlichen Behörden bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

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